Heikle Schulfusion in Ardagger: Früher abgelehnt, nun groß gefeiert
Mit der Eröffnung der ausgebauten Volksschule Ardagger wurde auch der 55-jährige Bestand der Mittelschule und der 50-jährige Volksschulbestand gefeiert.
Was vor 55 Jahren mit der Zusammenlegung von vier Kommunen zur Großgemeinde Ardagger im Bezirk Amstetten begann, mündete nun in die Installierung eines großen gemeinsamen Schulzentrums. Nach jahrelangen Sondierungen, Diskussionen und harschen Ablehnungen wurde eine große gemeinsame Volksschule eröffnet – aus drei Schulen wurde eine.
Weit über 500 Kinder
Weil sich an dem Standort auch die gemeinsame Mittelschule und ein achtgruppiger Kindergarten befinden, hat die Gemeinde nun ein pädagogisches Zentrum an einem Ort zur Verfügung, in dem täglich weit über 500 Kinder betreut und unterrichtet werden.
Bürgermeister Johannes Pressl (ÖVP), der als Gemeindebundpräsident nicht müde wird, Synergien und kompakte, sparsame Verwaltungsformen zu predigen, freute sich über die einhellige und große Zustimmung, die beim Schuleröffnungsfest am vergangenen Freitag herrschte. Knapp über sieben Millionen Euro waren in das Großprojekt investiert worden. Als Gratulanten mit viel Lob hatten sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bildungsdirektor Karl Frittum eingestellt.
In den Jahren des Gemeindezusammenschlusses um 1971 und noch lange Zeit danach hatte das Thema Schulfusionierung in den sehr selbstbewussten Katastralgemeinden eine enorme politische Sprengkraft für die heute 3.600 Einwohner zählende Donaugemeinde, erinnert sich Pressl. Als Fusionsgeschenk gab es 1971 die Eröffnung einer neuen gemeinsamen Hauptschule, jetzt Mittelschule.
Wartezeit
Es galt, das Thema nicht übers Knie zu brechen, erinnert sich der Bürgermeister. Nachdem in den vergangenen Jahren dann in den Volksschulen Kollmitzberg und Stephanshart nur mehr die ersten und zweiten Klassen unterrichtet wurden und die restlichen zwei Jahre in Ardagger absolviert wurden, war dann die Zeit gekommen. Eine immer mühsamere Schulverwaltung mit drei Standorten und andere Beschwerlichkeiten sowie Reformwünsche bei den Eltern führten 2024 zum Fusionsbeschluss im Gemeinderat mit einer Gegenstimme.
Schüler steuerten zur Eröffnungs tolle Beiträge bei.
Die nunmehr achtklassige Volksschule habe sich im halbjährigen Probebetrieb gut integriert, so Pressl. Der morgendliche Andrang der großen Kinderanzahl habe sich gut eingespielt. Großzügige Abstellflächen für Fahrräder und Scooter sollen die Kids zur Bewegung am Schulweg motivieren.
Sportvereine
Als großes Synergie-Plus nennt Pressl auch die intensive Nutzung der Sporteinrichtungen des Schulzentrums durch die Sportvereine.
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