© Weichhart Johannes

Chronik | Niederösterreich
06/23/2019

Hecht biss zu: Badespaß endete schmerzvoll

41-Jährige erlitt an den Viehofner Seen eine blutende Wunde und musste ins Spital.

Es war einer dieser Bilderbuchtage, den Birgit Wessely in vollen Zügen genießen wollte. Die Niederösterreicherin traf sich am 15. Juni mit Freunden an den Viehofner Seen in St. Pölten, man feierte einen Geburtstag, brunchte im Lokal Seedose und ging anschließend schwimmen. Danach setzte sich die 41-Jährige an einen Steg und ließ ihren linken Fuß im See baumeln.

„Plötzlich kam ein Fisch aus dem Wasser geschossen und hat zugebissen. Ich hab den Fuß sofort herausgezogen, aber es ging alles blitzschnell“, erzählt Wessely im Gespräch mit dem KURIER.

Rasch war klar, dass es sich nicht nur um einen kleinen „Zwicker“ handelte. „Im ersten Moment hatte ich einen Schock und es tat ziemlich weh. Die diensthabende Wochenendärztin hat mir geraten, die Wunde im Krankenhaus behandeln zu lassen.“ Tatsächlich fanden die Ärzte im Spital sogar noch einen kleinen Zahn in der Wunde. „Wir sind uns sicher, dass es ein Hecht gewesen sein muss. Mein Mann war dabei, der kennt sich mit Fischen sehr gut aus. Der Hecht war etwa einen dreiviertel Meter lang“, erzählt die 41-Jährige, die nach eigenen Angaben noch immer humpelt.

Schmerzensgeld

Der Hechtbiss weckt Erinnerungen an jenen Vorfall im Pielachtal, bei dem ein Bub in Hofstetten-Grünau (Bezirk St. Pölten-Land) in einem Badesee ebenfalls von einem Hecht attackiert wurde. Der Bürgermeister wurde nach einem langen Gerichtsstreit zur Zahlung von Schmerzensgeld in der Höhe von 14.000 Euro verdonnert. Grund: Das Gericht stufte den Ortschef als Tierhalter ein.

Riesen-Wels

Diesen Weg will Wessely aber nicht beschreiten. „Es war mir zwar nicht bewusst, dass das passieren könnte, aber mir ist schon klar, dass in natürlichen Gewässern Tiere leben. Ich dringe somit auch in ihren Lebensraum ein. Und einen Fisch kann man kaum an die Leine nehmen“, kann sie wieder schmunzeln.

Dass in den Viehofner Seen auch große Exemplare die Tierwelt bereichern, ist eigentlich kein Geheimnis. Vor einigen Jahren zog ein Fischer einen 2,5 Meter langen und 70 Kilogramm schweren Wels aus dem Wasser.