Chronik | Niederösterreich
11.02.2017

Hausverbot, weil Kinder malten

In der Therme herrscht Kinderverbot © Bild: /Asia Therme Linsberg/Christian Woeckinger

Unternehmer bekam keine Reservierung. Manager kontert: "Es lag am Kunden".

Ruhe, Entspannung und Erholung verspricht die Therme Linsberg Asia in Bad Erlach in Niederösterreich den Besuchern auf ihrer Homepage. Seit dem Herbst des Vorjahres dürfte es in der Anlage noch ein bisschen ruhiger geworden sein. Der Grund: Die Therme hat sich voll auf die Zielgruppe der Erwachsenen fokussiert, Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren ist der Eintritt nicht mehr gestattet. Mit dieser Entscheidung musste die Leitung in der Vergangenheit ordentlich Kritik einstecken (der KURIER berichtete).

Ein Unternehmer zeigt sich nun darüber empört, dass dieses Verbot ihm nun ein Hausverbot beschert haben soll. Auch der Bürgermeister tobt und fordert einen neuen Geschäftsführer.

Der Reihe nach: Michael K. hatte im Hotel einen der Seminarräume gebucht, um dort seinen Kollegen ein Projekt zu präsentieren. Am 7. Februar fand dazu in der Lounge des Hotels eine Vorbesprechung statt. "Einer der Teilnehmer wusste nicht, dass im Vorjahr ein Kinderverbot ausgesprochen wurde und hatte seine Töchter mitgekommen." Die Mädchen im Alter zwischen fünf und sechs Jahren saßen an einem Tisch und malten. "Plötzlich ist ein Kellner gekommen und hat uns mitgeteilt, dass Kinder hier nicht erwünscht sind." K. und seine Kollegen machten laut eigenen Aussagen aus diesem Hinweis des Kellners keine große Sache. Nachdem auch der Geschäftsführer noch dazukam, wurde vereinbart, dass man die Besprechung noch beenden dürfe. Nach 15 Minuten war alles erledigt.

Als der Unternehmer am darauffolgenden Tag seine eMails las, fiel er aus allen Wolken. Er hatte Post vom Thermen-Management bekommen. "Ich muss Ihnen mitteilen, dass wir nach den gestrigen Vorfällen und der Nichteinhaltung unserer Hausordnung Ihre Seminarraum-Reservierung für morgen hiermit stornieren. Auch zukünftig werden wir Ihnen keine weiteren Seminarräume mehr anbieten können" stand da geschrieben.

"Als ich las, dass gegen mich ein Hausverbot ausgesprochen wurde, fühlte ich mich vor den Kopf gestoßen. Das ist eine völlige Überreaktion. Hier wurde aus einer Mücke ein Elefant gemacht", ärgert sich K.

Beschwerden

Der Vorfall bringt für Bad Erlachs Bürgermeister Hans Rädler (ÖVP) das Fass zum Überlaufen: "Es gibt leider immer wieder Leute, die sich über die Therme beschweren. Das ist natürlich auch für die gesamte Region nicht gut. Ich glaube, dass es höchst an der Zeit ist, dass ein neuer Geschäftsführer kommt."

Der Chef der Therme, Walter Kois, weißt die Vorwürfe hingegen entschieden zurück: "Es ging nicht um die Kinder. Ich habe selbst welche und würde deshalb nicht so reagieren. Die ganze Angelegenheit hat nur etwas mit dem Kunden zu tun.Es gab hier einfach unterschiedliche Auffassungen, die zu dieser Entscheidung geführt haben."