Chronik | Niederösterreich
07.01.2016

Happy End für syrische Familie in Niederösterreich

Nach monatelangem Kampf konnte Flüchtlingsfamilie wieder zurück nach Niederösterreich ziehen.

Eva Potura schickte vor Weihnachten einen verzweifelten Brief ans Christkind. Seit Juni ist die Ärztin ehrenamtliche Helferin bei "Klosterneuburg hilft", und hat Deutsch in der Magdeburgkaserne unterrichtet. "Ich konnte das Nichtstun nicht mehr aushalten", schreibt Potura in ihrem Brief an das Christkind. Ihr größter Weihnachtswunsch war, ihre Freunde aus Syrien zurück zu holen - nach großer Öffentlichkeit wurde ihr dieser Wunsch erfüllt.

Spät abends am 12. November bekam Potura die traurige Nachricht - ihre Freunde, eine syrische Familie, sollte am nächsten Morgen um 7 Uhr weggebracht werden. "113 Menschen wurden weggebracht. Es gab keine Gelegenheit, den Transfer zu verhindern, oder sich zu verabschieden", schildert die Ärztin, "die Schulen wurden vorab nicht informiert. Die Kasernenleitung ebenfalls nicht. Ich war wütend." Die syrische Familie wurde in eine Unterkunft ins Burgenland versetzt. "Das Quartier dort entspricht nicht der Würde eines Menschen", klagt Potura.

Antrag gestellt

Die ehrenamtliche Helferin gab nicht auf, suchte ein Haus für die syrische Familie. Zwei Wochen nach der Versetzung reichte sie den Verlegungsantrag zurück nach Klosterneuburg ein, aber es geschah nichts. "Nach knappen 20 Telefonaten, unzähligen Emails, trotz Unterstützung des zuständigen Bürgermeisters und der Ortsvorsteherin, war die Familie, die zuvor 2,5 Monate hier in Klosterneuburg war, immer noch im Burgenland", erzählt Potura von der nervenaufreibenden Zeit.

Der Eigentümer des ersten Hauses braucht sein Haus in der Zwischenzeit selbst wieder. Einen Tag später hatte Potura zusammen mit anderen berufstätigen Müttern ein neues Zuhause aufgetrieben und komplett eingerichtet. Wieder geschah nichts. In ihrem Brief ans Christkind, den Potura auf ihrer Facebook-Seite und auf den Internet-Seiten netzfrauen.org und fischundfleisch.com veröffentlichte, wünschte sie sich, dass endlich etwas passiert. "Mein Brief ans Christkind erreichte auf netzfrauen.org 56.000 Personen auf fischundfleisch.com 38.000 und wurde auf meiner Seite 500 Mal geteilt", erzählt Potura.

Und jetzt ist ihr großer Weihnachtswunsch in Erfüllung gegangen: Die Familie konnte wieder nach Niederösterreich übersiedeln - in den Bezirk Tulln. Das Quartier im Burgenland wurde saniert.