Hanf-Bauer ganz ohne Joints

Naturnah: Familie Riegler-Nurscher baut feinsten Bio-Hanf an
Foto: Pressefoto

Ein Landwirt aus dem Mostviertel hat sich der uralten Kulturpflanze verschrieben und produziert Spezialitäten aus Hanf.

Ab und zu", lacht Stefan Riegler-Nurscher, "werden noch ein paar blöde Witze gerissen. Aber das kommt nur noch ganz selten vor." Riegler-Nurscher aus St. Leonhard am Forst, Bezirk Melk, ist Hanfbauer aus Leidenschaft. Mit Joints hat der emsige Landwirt aber überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil: Seit 1997 verarbeitet er die Kulturpflanze zu besonderen Geschmackserlebnissen weiter.
Mit nur vier Mitarbeitern entstehen Produkte wie Hanföl, Delikatess-Hanf zum Knabbern, Müsli sowie handgepflückter Bio-Hanftee. Der Familienvater, der ständig am Experimentieren ist, erweitert die Produktpalette stetig. Kürzlich kam Hanf-Schokolade dazu, weitere Leckereien seien zu erwarten.

Dabei war der Start für den 27-Jährigen schwierig. "Ich hab' Durchhaltevermögen gebraucht. Mittlerweile laufen die Geschäfte aber sehr gut." Gemeinsam mit 60 Biobauern aus NÖ, OÖ und dem Burgenland werden auf einer Gesamtanbaufläche von rund 400 Hektar jährlich an die 300 Tonnen Hanf geerntet. Beliefert werden heimische Reformhäuser und Bioläden. "Unser Exportanteil liegt derzeit bei 75 Prozent", berichtet Riegler-Nurscher.

Warum der innovative Vollerwerbslandwirt ausgerechnet im Mostviertel Hanf anbaut? "Die Bedingungen sind hier einfach optimal." Die leichte und tiefgründige Bodenbeschaffenheit würden sich sehr gut eignen, dazu komme, dass sich Trocken- und Nassperioden die Waage halten. Die Felder befinden sich auf einer Seehöhe zwischen 200 und 500 Metern.

Eiweiß

Auch dass die Kulturpflanze äußerst gesund ist, wissen wahrscheinlich nur die wenigsten. "Hanf enthält essenzielle Amino- und Fettsäuren. "Hinsichtlich des Eiweißgehalts von 22 Prozent übertrifft er sogar Soja", erzählt Riegler-Nurscher im Gespräch mit dem KURIER. "300 Gramm täglich würden ausreichen, um den menschlichen Bedarf an Proteinen zu decken." Vielleicht auch ein Mitgrund, warum die Pflanze, einst als Nahrungsmittel des einfachen Volkes bezeichnet, jetzt eine Renaissance feiert. Wer sich selbst einen Eindruck über die Hanfwelt machen will, sollte sich den 11. September vormerken. Da findet auf dem Hof der Familie ein großes Hanf-Fest statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?