Chronik | Niederösterreich
27.01.2012

„Güterzüge raus aus der Stadt“

Obwohl der Lärm unter den Grenzwerten liegt, sind Anrainer empört. Die Grünen fordern die Entschärfung der Situation.

Es wird ein Abend ohne große Überraschungen: Am kommenden Montag lädt die Stadt zu einer Informationsveranstaltung mit dem Thema „Bahnhof Melk–Lärmschutz“. Da positive Nachrichten gern im großen Kreis verkündet werden, ist klar, dass die Grenzwerte von 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht an keinem der Messpunkte – insgesamt waren es neun – überschritten wurden. Die neuen Lärmschutzwände leisten ganze Arbeit, könnte man meinen.

Viele Anrainer sehen das anders. Sie wollen nicht öffentlich in Erscheinung treten, um ihren Ärger hat sich Emmerich Weiderbauer von den Grünen angenommen. Grundtenor: „Die Lärmbelastung in der Nacht ist mittlerweile unerträglich geworden.“ Vor allem die Güterzüge seien das Problem. Befeuert wird die Aufregung noch durch eine Aussage eines ÖBB-Projektleiters, der sinngemäß angegeben haben soll, dass „die schnellen Züge draußen und die langsamen drinnen fahren sollen“. „Das heißt für mich, dass die sanierte Bestandsstrecke durch Melk die Verlängerung der Güterzugsumfahrung von St. Pölten werden soll“, zeigt sich Weiderbauer empört. Die Grünen wollen nun die Bevölkerung zum Protest auffordern, damit die Güterzüge wieder aus der Stadt verschwinden.

Klarheit

Auch VP-Bürgermeister Thomas Widrich will Klarheit, wie viele Güterzüge künftig durch die Stadt rattern werden. „Ich will von den ÖBB Zahlen auf den Tisch gelegt bekommen.“ Diese sollen den Bürgern auch präsentiert werden.

Bei den Bundesbahnen versucht man zu beruhigen. „Tatsache ist, dass derzeit von 22 bis 6 Uhr Früh weniger als zehn Güterzüge durch die Stadt fahren. 90 Prozent fahren auf Nebenbahnen“, berichtet ÖBB-Sprecher Christopher Seif.

Planbar sei der Güterzugverkehr aber nicht. „Je nach Wirtschaftslage kann sich das Aufkommen rasch ändern.“ Seif betont, dass die Lärmmessung von einer externen Firma durchgeführt wurde. „Das wissen die wenigsten, die uns Vorwürfe machen.“