Grüne haben viele Fragen zu chaotischen Sekundärtransporten
Grün-Abgeordnete Silvia Moser stellte parlamentarische Anfrage.
Mit der Häufung von Patientenklagen über oft stundenlange Wartezeiten bei Krankentransporten nimmt der politische Druck auf die Verantwortungsträger zu. Die Gesundheitssprecherin der Grünen Niederösterreich, Silvia Moser, verlangt nun mit umfangreichen Anfragen von den Mitgliedern der Landesregierung und der mit der Abwicklung der "Sekundärtransporte“ zuständigen Landesgesundheitsagentur lückenlose Aufklärung über das "Chaos-System“.
"Es ist genau das eingetreten, wovor wir seit Wochen warnen“, reagiert Moser auf Berichte über Patienten, die oft sogar schwerkrank, über Stunden auf einen Sekundärtransport von einem Spital ins nächste warten müssen. "Die Berichte häufen sich, ich bekomme auch viele Meldungen über das Personal in Krankenhäusern“, schildert die Zwettlerin Moser. Vor allem im Waldviertel sorge das Problem für weitere Unruhe in der Bevölkerung.
Enttäuschung
"Die Menschen sitzen in der Falle: bestellt und nicht abgeholt. Es ist medizinisch und menschlich nicht vermittelbar, warum Patient:innen auf Fahrzeuge aus fernen Zentralregionen wie St. Pölten oder Stockerau warten müssen, während wohnortnahe Rettungsfahrzeuge zur Verfügung stünden, aber aufgrund der Vertragskonstruktion nicht gerufen werden dürfen“, kritisiert Silvia Moser.
Ausschreibung
Für Moser sind die Fälle „die logische Konsequenz einer verfehlten Ausschreibungspolitik der NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA)“. Die Johanniter NÖ haben nach einer Ausschreibung im Auftrag der LGA die Sekundärtransporte übernommen, verfügen jedoch in weiten Teilen des Landes – etwa im Waldviertel – über keine eigenen Stützpunkte, kritisiert Moser. Das Ergebnis seien unzumutbare Anfahrtswege und gefährliche Verzögerungen bei Verlegungen zwischen den Kliniken.
Um das Ausmaß des Problems zu verdeutlichen, hat Moser mehrere parlamentarische Anfragen an die zuständigen Regierungsmitglieder Anton Kasser und Eva Prischl sowie ein Informationsbegehren an die NÖ LGA gestellt. Wobei aus dem Büro von LR Prischl bereits abgewunken wurde, weil man nicht zuständig sei. Ihre Kernfragen umfassen unter anderem die Zahl der Zwischenfälle. Moser will wissen, wie viele Patienten in den vergangenen zwei Jahren länger als zwei, vier oder sogar sechs Stunden warten mussten und ob es dadurch gesundheitliche Folgen gab.
Auch die Vertragsinhalte zum Sekundärtransport hinterfragt die Grüne. Auch ob darin maximale Eintreffzeiten mit den Johannitern festgelegt wurden und welche Konsequenzen bei Zeitüberschreitungen drohen.
Standorte
Auch an welchen Standorten die Johanniter Stützpunkte betreiben und wie deren Mindestvorhalt an Fahrzeugen aussieht, will Moser wissen. Gleichzeitig interessiert sie eine Zukunftsprognose, wie die Transportlogistik mit dem Gesundheitsplan 2040+ mitwachsen soll. Antworten sollten von den Landesräten binnen sechs und von der LGA binnen vier Wochen eintreffen.
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