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Chronik Niederösterreich
09/27/2018

Geplänkel um Gratis-Nachhilfe in NÖ

Landes-SPÖ will ab 2020 flächendeckendes Angebot / Volkspartei wartet auf Konzept

von Jürgen Zahrl

Rund 28.000 Pflichtschüler bekommen in Niederösterreich laut einer IFES-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer bezahlte Nachhilfe. Weitere „5500 Kinder bräuchten ebenfalls Lernunterstützung, doch deren Eltern können sich die Kosten nicht leisten“, erklärt SPÖ-Chef Franz Schnabl. Um den finanziellen Druck und Stress innerhalb der Familien reduzieren zu können, fordern die Sozialdemokraten Gratis-Nachhilfe durch Pädagogen in den Sommerferien. Ein erster Pilotversuch, den der SPÖ-nahe Verein „Pro Niederösterreich“ an sechs Standorten organisierte und finanzierte, sei positiv zu Ende gegangen. 90 Prozent der 203 teilgenommenen Kinder hätten ihren „Nachzipf“ bestanden, so Leiterin Elvira Schmidt.

Doch das geht der Landes-SPÖ nicht weit genug. Ihr Ziel ist, ein flächendeckendes Angebot für die Hauptfächer Deutsch, Englisch und Mathematik im Budget des Landes zu verankern. Als Grundlage dient laut Schnabl das Arbeitsübereinkommen mit der ÖVP. Da die Verhandlungen für das Budget 2019 bereits abgeschlossen sind, will er zumindest für das Jahr 2020 finanzielle Mittel einfordern. Rund 100.000 Euro seien erforderlich, um den jährlichen Bedarf zu decken. Schnabl rechnet vor, dass 2400 Schüler in ganz Niederösterreich aufgrund der niedrigen Einkommenssituation ihrer Eltern Anspruch auf kostenlose Nachhilfe hätten. „Wenn das Land Niederösterreich einen Blumentopf-Wettbewerb mit rund 120.000 Euro fördert, müssen ihm die Chancen der Kinder 100.000 Euro Wert sein“, sagt Schnabl.

Fehlendes Konzept

Im Büro von Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister wundert man sich über diese Aussage: „Wir warten nach wie vor auf ein Konzept der SPÖ, damit wir endlich darüber diskutieren können“, sagt ein Sprecher. Sobald die Evaluierung des Pilotprojekts, die noch einige Wochen dauern werde, abgeschlossen ist, wolle man in Verhandlungen treten, heißt es dazu seitens der SPÖ.

Doch auch ohne auf die Ergebnisse zu warten, geht Schnabl einen Schritt weiter und plant ein weiteres Pilotprojekt: Auf SPÖ-Kosten soll es in den kommenden Sommerferien schon 20 Standorte geben, an denen Kinder aus einkommensschwachen Familien kostenlose Nachhilfe erhalten können. Zielgruppe sind sechs bis 14-Jährige. Nicht nur Fünfer-, sondern auch Wackelkandidaten – also jene mit einem Vierer im Zeugnis – sollen davon profitieren.

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