Chronik | Niederösterreich
25.04.2018

Garten Tulln: Die blühende Oase Niederösterreichs

Zu Beginn war sie nur für zehn Jahre geplant. Schnell war klar: Das europäische Vorzeigeprojekt muss länger erhalten bleiben.

„Die Grundidee war, das ökologische Bewusstsein zu schärfen. Es sollte nicht noch ein Naturschutzgebiet oder -park sein, sondern etwas, das die Menschen wirklich betrifft, etwas, das sie auch selbst zu Hause tun“, sagt Geschäftsführer Franz Gruber über den Beginn der Garten Tulln, die vor zehn Jahren eröffnet wurde.

Damals kamen mehrere Standorte für eine permanente Landesgartenschau infrage, auf Tulln fiel schlussendlich die Entscheidung. „In der Nähe vom Messegelände, beim Wasserpark und im Augebiet, das bot sich an“, sagt Gruber weiter. „Das Konzept, dass man mit Partnern Schaugärten macht und deswegen viele verschiedene Schwerpunkte hat, hat sich bewährt“, fährt er fort. Diese Schaugärten wurden im Laufe der Zeit auch sukzessive ausgebaut. Mit 40 wurde 2008 begonnen, heute sind es bereits 65.

Langfristig

Die Fläche von sieben Hektar ist gleich geblieben. Auch der Grundsatz von „Natur im Garten“, am gesamten Areal auf Pestizide, Torf und chemisch-synthetische Dünger zu verzichten, blieb erhalten. „Es gibt bei uns zum Beispiel auch keinen Frühjahrsfloor , wo dann alle Blumen am Ende weggeworfen werden. Was wir pflanzen, pflegen wir weiter“, erklärt Gruber. War die Gartenschau zu Beginn nur auf zehn Jahre begrenzt, steht schon seit einiger Zeit fest, dass die Garten Tulln langfristig bestehen bleibt. Die Zahlen geben der Entscheidung recht: „Wir haben gleichbleibende, über die Jahre leicht steigende Besucherzahlen“, sagt Gruber. Insgesamt waren es bisher 2,4 Millionen.

Die meisten Besucher sind Tullner oder Niederösterreicher. Aus dem Ausland kommen viele Deutsche und Tschechen. „Inzwischen sind wir ein Vorzeigeprojekt. Wir sind die einzige Gartenschau in dieser Form in Europa“, freut sich Gruber. Auch der Gartentourismus per se wächst. „Ein Gartenbesuch gehört immer öfter zu einem Urlaub dazu. Denn: Garten bringt Entspannung und verlangsamt“, sagt Gruber. Und: Gärten lassen sich schließlich wunderbar inszenieren – und das ist nicht neu, man denke nur an Barockgärten oder jene in England im 17. Jahrhundert.