Chronik | Niederösterreich
17.08.2018

Frequency-Wahnsinn: Hunderte sorgen für die Sicherheit

Wenn bis zu 50.000 Menschen in St. Pölten feiern, sind Polizei, Rotes Kreuz und Feuerwehr besonders gefordert.

Man kann sich das Frequency-Festival wie eine Stadt in der Stadt vorstellen. Es gibt einen Supermarkt, Polizeistreifen, Ärzte, die für Kranke da sind und wenn es brennt, kommt die Feuerwehr. Sogar die bis zu 50.000 Menschen, die noch bis Sonntag in dem Naherholungsgebiet an der Traisen feiern, kommen ungefähr auf die Einwohnerzahl der Landeshauptstadt hin.

Um den täglichen Wahnsinn, der zu einem Festival gehört, nicht aus dem Blick zu verlieren, haben sich die Blaulichtorganisationen vernetzt. Christof Constantin Chwojka, Geschäftsführer bei 144 Notruf Niederösterreich, sitzt vor einem großen Bildschirm, auf dem die Einsätze angezeigt werden. In Spitzenzeiten sind bis zu 120 Retter auf dem Areal unterwegs, ihre Funkgeräte sind mit einem GPS-Sender ausgerüstet. „Damit wissen wir immer ihren Standort, können sie so auch schneller zu den Patienten lotsen“, erzählt Chwojka.

Nur einen Steinwurf von der Einsatzzentrale entfernt werden derweil in einem Zelt des Roten Kreuzes (RK) Patienten versorgt. Die Behandlungen von Prellungen, Wespenstichen und Schnittwunden gehören hier zum Tagesgeschäft. Auch zu viel Alkohol plus Feiern in der Hitze können schnell zum Kollaps führen, weiß RK-Bezirksstellenleiter Werner Schlögl. Bis Freitagfrüh wurden bereits mehr als 750 Einsätze verbucht, aber nur 14 Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. „Weil wir viel vor Ort erledigen können, kann somit auch das Spital entlastet werden“, sagt Schlögl.

Zeltschlitzer

Auch die Polizei ist rund um die Uhr vor Ort. Manche Beamte tragen Uniform, andere mischen sich in Zivil unauffällig unters Publikum. Sie sind auf der Jagd nach Zeltschlitzern, Drogendealern, Dieben. Einige Täter konnten laut Landespolizeidirektion Niederösterreich schon erwischt werden, im „Großen und Ganzen ist es aber sehr ruhig“, betont Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler. Weil das Gedränge vor den Bühnen von manchen Dieben ausgenützt wird, um Handys oder Geldbörsen zu stehlen, appelliert er an die Besucher, Wertsachen in die vorderen Hosentaschen zu stecken.

Sehr ruhig verliefen die Festivaltage bislang auch für die Feuerwehr, die eine mobile Einsatzzentrale aus Mödling in die Landeshauptstadt verlegt hat. Bei einem größeren Brand können die Freiwilligen sogar mit einem Tankwagen anrücken, ansonsten flitzen sie mit einem E-Scooter über das Areal. „Die Trockenheit ist natürlich ein Thema, aber diese Situation haben wir ja fast jedes Jahr“, berichtet Andreas Weber von der Feuerwehr Spratzern. Wenn sich Camper nicht an das Grillverbot halten, werden sie von den Feuerwehrleuten umgehend belehrt.