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Arbeitslosigkeit: Vor allem Frauen und Ältere ohne Job in NÖ

Die Zahl der Menschen ohne Job steigt weiter. Laut AMS-NÖ-Chefin ist keine Entlastung in Sicht.
Themenbild, Arbeitslose, AMS, Beratung, Arbeitslosigkeit

Das schwache Wirtschaftswachstum macht sich am niederösterreichischen Arbeitsmarkt bemerkbar: Wie das AMS berichtet, ist die Arbeitslosigkeit in der ersten Jahreshälfte 2026 um 5,6 Prozent gestiegen. Bis Jahresende dürfte sich diese Entwicklung laut der Servicestelle fortsetzen. Trotzdem wird Niederösterreich voraussichtlich unter dem Österreichschnitt bleiben.

Insgesamt befinden sich derzeit über 49.000 Menschen auf Jobsuche. Viele von ihnen gehören der Generation 50 plus an. Mehr als jede dritte arbeitssuchende Person kann laut dem AMS dieser Gruppe zugeordnet werden. Doch Arbeitslosigkeit ist nicht nur eine Frage des Alters, sondern auch des Geschlechts. Die Zahl der Frauen auf Jobsuche ist um 8,3 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei den Männern beträgt das Plus 3,4 Prozent.

Industrie besonders betroffen

Laut AMS hängt diese Entwicklung unter anderem mit dem schrittweise steigenden Pensionsantrittsalter für Frauen zusammen. Vor allem Arbeitssuchende über 60 hätten es häufiger schwer, nach einem Jobverlust wieder eine Beschäftigung zu finden. Gelingen könne der Wiedereinstieg zwar oft, allerdings dauere er meist länger, so das AMS.

In einzelnen Wirtschaftszweigen ist die Lage besonders angespannt. So verzeichnet die Industrie mit einem Plus von 8,5 Prozent im Branchenvergleich das größte Plus im Hinblick auf die Arbeitslosigkeit. Auch im Handel sowie im Gesundheits– und Sozialwesen sind vermehrt Personen auf Jobsuche - vor allem Frauen. Gleichzeitig bleibt der Gesundheitssektor eine der wenigen Wachstumsbranchen: Mit einem Plus von 4 Prozent weist er das stärkste Beschäftigungswachstum auf.

Lage bleibt angespannt

„Eine Entlastung am Arbeitsmarkt ist weiterhin nicht in Sicht“, sagt AMS-NÖ–Landesgeschäftsführerin Sandra Kern. Ziel sei es, Arbeitslosigkeit möglichst kurz zu halten und vor allem Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern.

Tatsächlich fiel der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit in Niederösterreich geringer aus als im Bundesschnitt. Während die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Niederösterreich um 13,8 Prozent auf rund 7.000 Personen zunahm, lag das Plus österreichweit bei 24 Prozent. Über 1.300 Personen, die bereits länger als ein Jahr arbeitslos waren, konnten heuer wieder in den Arbeitsmarkt vermittelt werden.

Insgesamt konnten im ersten Halbjahr 45.000 Personen ins Berufsleben zurückkehren – ein Minus von 1,8 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Anzahl der Beratungsgespräche in Niederösterreich ist um knapp 5 Prozent gestiegen.

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