Kammerwahl wird spannend: FPÖ fordert ÖVP-Hochburg heraus

Neben der Gemeinderatswahl im Mai rückt auch die Landarbeiterkammer in den Fokus – als möglicher Gradmesser für die Machtverhältnisse im Land.
Zwei Männer schütteln sich vor einem Bildschirm mit der Aufschrift "Unser Land. Unser Auftrag.".

Mit der Gemeinderatswahl am 31. Mai in Neunkirchen findet an diesem Tag in Niederösterreich nicht nur eine regionale Wahl statt. Auch landesweit können etwa 25.000 Menschen ihre Stimme abgeben.

Die Landarbeiterkammerwahl steht an. Die Kammer vertritt Mitglieder aus der Land- und Forstwirtschaft, dem Gartenbau, aus Gärtnereien sowie Angestellte in Raiffeisen-Lagerhäusern und landwirtschaftlichen Betrieben.

In der Vollversammlung hat der NÖAAB/FCG (ÖVP) mit derzeit 34 von 40 Sitzen das Sagen. Auf sechs Mandate kommt die FSG-LAK (SPÖ). Der letzte Urnengang vor sechs Jahren fiel aufgrund der Corona-Pandemie allerdings aus; die beiden Fraktionen einigten sich auf einen gemeinsamen Wahlvorschlag.

Heuer könnte es deutlich spannender werden, denn nun wollen auch die Freiheitlichen mitmischen. Die Landeswahlbehörde hat den Wahlvorschlag der Liste „FPÖ-LAK“ bestätigt und damit deren Teilnahme an der Landarbeiterkammerwahl 2026 offiziell zugelassen.

Stimmungstest für 2028

Nach rund drei Jahrzehnten tritt damit wieder eine freiheitliche Liste zur Wahl an, angeführt von Spitzenkandidat Herbert Kammerhofer. Die beiden Wahlen – jene in Neunkirchen und die in der Landarbeiterkammer – sind auch deshalb spannend, weil sie als erster Stimmungstest für die Landtagswahl im Jahr 2028 gelten. In zwei Jahren wird es zum Duell zwischen Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Udo Landbauer (FPÖ) um den ersten Platz im Land kommen.

Kammerhofer setzt jedenfalls auf Altbewährtes. Im Zentrum seiner Kritik stehen aktuelle Entwicklungen in der europäischen Politik. Diese würden die Land- und Forstwirtschaft „massiv belasten und damit auch Arbeitsplätze gefährden“. Er verweist dabei unter anderem auf zunehmende Bürokratie, internationale Handelsabkommen wie Mercosur sowie den steigenden Druck durch günstige Importe. Auch ein möglicher EU-Beitritt der Ukraine wird von ihm als zusätzliche Herausforderung gesehen.

Für Kammerhofer ist der Zusammenhang klar: „Wenn Betriebe unter Druck geraten oder verschwinden, sind auch die Arbeitsplätze der Landarbeiter in Gefahr.“  Mit Blick auf die vergangene Wahl, bei der weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hat, ruft der 54-Jährige zur Beteiligung auf.

Kommentare