Chronik | Niederösterreich
16.05.2017

Fliegerei und Fertiggerichte: Großaufträge für Jobvermittler

Zahl der offenen Stellen steigt stark. Heuer bereits 21.000 Posten neu besetzt. Trotzdem 61.500 Arbeitslose erwartet.

Trotz aller Querelen um die dritte Piste am Flughafen Schwechat, ist einer der größten Arbeitgeber der Region guter Dinge. Austrian Airlines stockt um sieben Flugzeuge auf und sucht rund 150 zusätzliche Mitarbeiter. Ein KURIER-Check zeigt: Es ist nicht der einzige " Großauftrag", den die Jobvermittler vom Arbeitsmarktservice NÖ abwickeln müssen.

Die Jahresstatistik weist bis Ende April die Meldung von fast 28.000 freien Stellen in NÖ aus. Das sind rund 3500 ausgeschriebene Jobs mehr als im Vorjahr um diese Zeit. Woher aber kommt der plötzliche Aufschwung?

Die Nachfrage nach Produkten aus NÖ ist gestiegen – und zwar im In- und Ausland, lautet die Erklärung von AMS-Vizechefin Marion Carmann. "Die Unternehmen investieren wieder und fragen vermehrt Arbeitskräfte nach. Die Betriebe nutzen verstärkt unsere Services, um freie Stellen mit passendem Personal zu besetzen." Von Jänner bis Ende April haben Carmanns Kollegen mehr 21.000 freie Stellen besetzt – umgerechnet 243 pro Arbeitstag.

Nachfrage

Wie berichtet, haben öffentliche Institutionen bundesweit Job-Unterstützung angefordert: Polizei und Bundesheer, die Justizwache und die ÖBB suchen via AMS zusätzliches Personal. Dazu kommen zahlreiche private Unternehmen, die jetzt dringend Mitarbeiter brauchen.

"Vor allem im Lehrlingsbereich greifen wir auf die Expertise des AMS NÖ bei der Personalauswahl und Vermittlung zurück", sagt AUA-Sprecher Peter Thier. "Aktuell beschäftigen wir rund 6500 Mitarbeiter am Flughafen Wien-Schwechat."

Die Luftfahrtbranche verzeichnet laut Statistik derzeit höchste Zuwächse bei Mitarbeitern. Ebenso wie Gebäudereiniger, aber auch der Bereich Sozial- und Gesundheitswesen.

In NÖ hat sich auch der Lebensmittelriese Merkur mit einem aktuellen Großauftrag eingestellt: Gesucht werden bis zu 100 Mitarbeiter für die neue "Genussküche" im Industriezentrum von Traiskirchen. In der neuen Produktionsstätte sollen verschiedenste Fertiggerichte nach neuer, gesünderer Methode zubereitet werden. Am Standort "wird sichergestellt, dass vermehrt österreichische Rohstoffe verwendet werden", sagt REWE-Sprecher Paul Pöttschacher.

Experten rechnen zwar auch durch den Sommer mit einem Minus vor den monatlichen Arbeitslosenzahlen. Im Jahresschnitt werden aber dennoch 61.500 Arbeitslose in NÖ erwartet– um 1600 Jobsuchende mehr als im Jahresschnitt 2016.