Finanznot: Die Stadt Ybbs bietet Bund ihr Schulzentrum an
Der Schulkomplex der HAK Ybbs war einst das historische Bürgerspital der Stadt.
Mit einiger Wehmut müssen die Ybbser Stadtverantwortlichen die aktuellen Analyseergebnisse zur Zukunft des örtlichen Schulzentrums akzeptieren. Seit Jahren wird über die Notwendigkeit diskutiert, das Ausbildungszentrum mit HAK/HASCH und IT-HTL aus- oder neuzubauen. Die nun vom "Gremium Schulzentrum“ präsentierten Empfehlungen sind interessant, doch für die Stadt als Schulerhalter aufgrund der leeren Stadtkassen unerfüllbar.
IT-HTL ist Teil des Schulzentrums Ybbs.
Mehr als 30 Firmen hatten sich zuletzt in der Ybbser Stadthalle bestmöglich präsentiert, um bei den zukünftigen Absolventen des Schulzentrums zu punkten. Die Abgänger der innovativen höheren Schulen sind sehr begehrt. Die vor einem halben Jahrhundert von der Wiener Kaufmannschaft gegründete und später von der Stadt Ybbs übernommene Schulkombination ist seit Jahren mit Raumnot konfrontiert und findet sich in nicht mehr zeitgemäßer historischer Architektur wider. Derzeit werden 600 Schüler unterrichtet, die Kosten fürs Lehrpersonal trägt der Bund.
Machbarkeitsstudie
Die Ergebnisse der sehr akribischen Machbarkeitsstudie, in welche Richtung die Erneuerung des Schulkomplexes gehen soll, wurde nun von einem Wiener Architekturbüro präsentiert. Untersucht hatte man nicht nur die baulichen Anforderungen für den modernen Unterricht, sondern auch Zusammenhänge mit der Stadtentwicklung bis hin zu Umweltaspekten wie Bodenverdichtung, Hochwasserrisiko oder CO2-Bilanz bei Um- oder Neubau.
Bürgermeisterin Ulrike Schachner, SPÖ.
Für einen Neubau – in Frage käme ein Areal beim Sportzentrum – schätzten die Architekten die Kosten auf 30 Millionen Euro. Um- oder Zubauten wären nur um zwei Millionen Euro billiger, schilderte die Ybbser Bürgermeisterin Ulrike Schachner (SPÖ). "Beide Varianten sind für uns aber nicht leistbar, bei uns läuft die Haushaltkonsolidierung“, schildert sie.
Schulerhaltung
Schon die Aufgaben des Schulerhalters, der für die bauliche Substanz und die Kosten für Energie oder Schulwarte aufkommen müsse, sei nicht leicht zu stemmen, so Schachner. Sie kündigt als nächsten Schritt Gespräche mit der NÖ Bildungsdirektion und dem Bund über eine Übernahme des Zentrums als Bundesschule an.
Das unterstützt auch die ÖVP im Stadtparlament, wie Stadträtin Irene Kerschbaumer bestätigt. "Die Schulen sind extrem wertvoll für die gesamte Region“, sagt sie.
Kritik übt ihre Partei an der Bürgermeisterpartei SPÖ. Die hätte zur Schulthematik viel früher aktiv werden und generell mehr Sparsamkeit walten lassen müssen.
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