Chronik | Niederösterreich
07.06.2018

Glosende Semmelbrösel: Brand im Szenelokal Marchfelderhof

Ein lokaler Küchenbrand hatte Donnerstagfrüh zu starker Rauchentwicklung im vierstöckigen Gebäude geführt

Um 6.15 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf) alarmiert: Brand im Szenelokal Marchfelderhof. „Als wir ankamen, war die Situation unklar. Die vier Stockwerke waren verraucht und drei Personen vermisst“, sagt Einsatzleiter Christian Schantl.

Eine der vermissten Personen war der Gastwirt Gerhard Bocek selbst, sowie zwei Köche. „Ich hatte wunderbar geschlafen und die Brandmelder nicht gehört. Erst als die Feuerwehrmänner ’Raus, raus, raus’ gerufen haben, bin ich bloßfüßig mit den Köchen auf die Straße gerannt“, sagt Bocek. "Der Kleinbrand selbst war rasch unter Kontrolle, der Schaden ist relativ gering", sagt Schantl. Und weiter: "Trotz allem waren fünf Feuerwehren nötig, da der gesamte Restaurantbetrieb von mehreren Atemschutztrupps durchsucht werden  musste. Es war vorerst nicht klar, ob noch weitere Personen im Rauch eingeschlossen sind."

60 Feuerwehrleute

Die Feuerwehren waren mit 60 Feuerwehrleuten eine Stunde und 15 Minuten im Einsatz. Auslöser der starken Verrauchung dürften glosende Semmelbröseln gewesen sein. Diese dürften laut Schantl in der Küche zu einem Kleinbrand "mit großer Wirkung" geführt haben. "Es wurden spät am Abend noch Semmelbröseln geröstet. Und aus welchem Grund auch immer, hat der Behälter wohl zu glosen begonnen", sagt auch Bocek. "Zum Glück haben in dieser Nacht nur zwei Mitarbeiter da geschlafen. Platz haben wir in unserem Mitarbeitertrakt nämlich für 35 Personen", fährt der Szenewirt fort.

Der Marchfelderhof kann seinen Betrieb heute normal fortsetzen. "Wir sind fast ausverkauft. Am Vormittag haben unsere Telefone ununterbrochen geklingelt. Es ist schön, dass unsere Gäste mitempfinden und sich erkundigen, ob es uns gut geht", sagt der Wirt.

Der Marchfelderhof ist ein Kultlokal, das regelmäßig von prominenten Personen besucht wird.