„Es gibt nichts, was ich mir nicht zutraue“

© Bild: FF Tresdorf

Immer mehr Feuerwehrfrauen sind in Niederösterreich im Einsatz. Monika Wagner war eine der ersten Kommandantinnen.

Seit drei Jahren steht die Freiwillige Feuerwehr Tresdorf im Bezirk Korneuburg unter dem Kommando von Monika Wagner. Sie ist für 50 Kameraden, davon drei Frauen, verantwortlich. Erst 2016 wurde sie mit 98 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Sie war die vierte Feuerwehrkommandantin in Niederösterreich. Dabei ist sie eigentlich eine Spätberufene.

2007 übersiedelte sie nach Leobendorf, wo sie zuerst einmal niemanden kannte. Aus Interesse am Feuerwehrwesen und um Anschluss in der Gemeinde zu finden, besuchte sie eine Sitzung der Feuerwehr Tresdorf. „Dann hab ich mich mit 35 Jahren dort angemeldet. Zum Glück war mein damaliger Kommandant sehr aufgeschlossen gegenüber Frauen bei der Feuerwehr. Die gleiche Akzeptanz hab’ ich auch von den Kameraden von Anfang an bekommen, da gab es keine Vorbehalte. Ich erhielt überall Unterstützung, man stand mir mit Rat und Tat zur Seite“, beschreibt Monika Wagner ihre ersten Erfahrungen in Uniform.

"Von 0 auf 100"

Schritt nach oben

Die erste Feuerwehr-Kommandantin in Niederösterreich gab es 2002. Maria Burggraf wurde damals in die führende Funktion der FF Hollenbach (Waidhofen an der Thaya) gewählt. Sie hatte die Position bis 2006 inne. Heute ist sie noch in der Ausbildung zum Thema Nachrichtendienst aktiv.

„Ohne das große Interesse von Frauen hätten wir in der Gesamtbilanz 2017 erstmals ein Minus vermelden müssen. Die Damen retten unsere tadellose Mitgliederbilanz. Sie sind voll akzeptiert und leisten dieselbe Arbeit wie ihre männlichen Kameraden“, sagt Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. Sieben Prozent aller Mitglieder sind Frauen, in der FF-Jugend sind 22 Prozent Mädchen. In höheren Funktionen sind aber kaum Frauen zu finden: Sechs Kommandantinnen stehen zurzeit einer Feuerwehr vor. Auf Unterabschnitts-, Abschnitts- und Bezirksebene gibt es noch keine einzige Kommandantin.

Monika Wagner: „Wir sind auf einem, zwar langsamen, aber sehr gutem Weg, dass sich mehr Frauen in Führungspositionen etablieren. Es braucht aber jemanden, der den Schritt in die nächsthöhere Ebene macht.“ Ob sie selbst das sein wird? „Es gibt eigentlich nichts, was ich mir nicht zutraue.“

( kurier.at , Nina Pöchhacker ) Erstellt am 11.05.2018