Chronik | Niederösterreich | Feuerwehr
06.06.2018

Die Feuerwehr-Imker sind auf der Suche nach der Bienenkönigin

Floriani und Imker: Die Feuerwehr hilft bei gefährlichen Situationen mit Insektenschwärmen.

Im Mai und Juni schwärmen die Bienen. Kräftige Völker teilen sich und suchen mit ihrer alten Königin eine neue Heimat. Normalerweise lassen sie sich in der Natur nieder, aber in Krems besiedelten am Donnerstag letzter Woche hunderte Bienen ein Fahrrad und ein Auto. Bei den niederösterreichischen Wachen gibt es keinen offiziellen Imker-Sonderdienst. Manche Wehren bieten jedoch einen freiwilligen „Imker-Service“ an.

Bei der Feuerwehr Krems gilt Stefan Biro als Bienen-Retter. Der Hobby-Imker und Feuerwehrmann benetzt die Insekten mit Wasser, bevor er sie mit einem Besen in eine Transportbox kehrt. Bei Gefahren rücken die Bienen enger an ihre Königin heran, wodurch es leichter sei, sie zu identifizieren. Die Anführerin müsse unbedingt in der Box sein, weil ihr der Rest des Schwarms automatisch folgt.

Im Vergleich zum Vorjahr habe es heuer schon viele Einsätze mit Insekten gegeben, sagt Kommandant Gerhard Urschler. Dabei sei es wichtig, Ruhe zu bewahren: „Bienen richten keinen Schaden an. Sie suchen nur eine neue Heimat. Wir tun alles, um die Tiere zu retten.“

Über Hornissen freuen

Bei der Feuerwehr Klosterneuburg-Kierling sind sogar fünf Kameraden als Bienenzüchter tätig. Kommandant Alexander Gutenthaler ist ebenfalls Imker. Im Jahr kümmern sie sich um bis zu 30 Schwärme. Den Feuerwehr-Imkern ist es ein Anliegen, mit Märchen rund um die Insekten aufzuräumen. „Bei Hornissen ist es zum Beispiel ein Blödsinn, dass drei Stiche tödlich sind. Das sind friedliche Tiere. Wir sollten uns über ein Jahr mit vielen Hornissen freuen, dann gibt es weniger Gelsen“, sagt Gutenthaler.

Zudem leistet die Feuerwehr-Imkerei Aufklärungsarbeit. Ein Nest soll man generell nicht stören oder die Flugbahn der Insekten behindern. Abbrandversuche würden zu noch gefährlicheren Situationen führen, warnt die Feuerwehr Klosterneuburg-Kierling. Ein Kammerjäger oder Imker könne in der Normalsituation helfen, bei Gefahr im Verzug darf auch die Feuerwehr aktiv werden.