Chronik | Niederösterreich | Feuerwehr
06.07.2018

130 Jahre im Dienst der guten Sache

Die Freiwillige Feuerwehr Leopoldsdorf hat das KURIER-Feuerwehr-Voting im Industrieviertel gewonnen.

Es war ein Großbrand im Jahr 1888, der die Bewohner der Marktgemeinde Leopoldsdorf (Bezirk Bruck an der Leitha) dazu brachte, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Die Brandkatastrophe zerstörte große Teile der Ortschaft am Wiener Neustädter Kanal, die zuvor dank der Ziegelindustrie einen Aufschwung erlebt hatte.

Durch Spenden aus der Bevölkerung konnte eine Feuerlöschpumpe angeschafft werden. Die Freiwillige Feuerwehr in Leopoldsdorf entwickelte sich von da an stetig weiter – immer mit dem Ziel, die Sicherheit der Bürger zu erhöhen.

Nah am Menschen

Daran hat sich 130 Jahre später nichts geändert. Die Freiwillige Feuerwehr ist mittlerweile eine der modernsten des Landes und obendrein eine der beliebtesten, wie die KURIER-Wahl gezeigt hat. Die FF Leopoldsdorf wurde zur „Industrieviertel-Siegerin“ gekürt.

Kommandant Erhard Schaden führt die hohe Anerkennung in der Bevölkerung darauf zurück, dass seine Mannschaft und er immer ein offenes Ohr für Anliegen der Menschen haben: „Bei uns ist jeder Interessierte, aber auch jeder mit Sorgen und Fragen herzlich willkommen.“

2014 erfolgte der Umzug in das neue Sicherheitszentrum, das laut Schaden alle Anforderungen seiner Mannschaft erfüllt. Bürgermeister Fritz Blasnek sieht darin sogar einen der Gründe für die erfolgreiche Arbeit der Floriani: „Unsere Feuerwehr hat ein sehr umfangreiches Aufgabengebiet. Da ist eine laufende Aufrüstung notwendig. Der Umzug hat die Voraussetzungen für noch mehr Professionalität und Freude an der Arbeit geschaffen.“

Ganz allgemein lobt er die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr.

Die Wehr in Leopoldsdorf vertritt den Ansatz, dass die gebrachte Leistung durchaus zur Schau gestellt werden kann. Dementsprechend ist sie unter anderem auf Facebook, Instagram und Twitter vertreten. Bei den Menschen kommt das laut Schaden gut an: „Die Bevölkerung braucht neben Polizei und Rettung vor allem die Feuerwehr, wir müssen uns also nicht als stillschweigender Helfer verstecken.“

Nachwuchs gesucht

Zusätzlich hofft man damit Nachwuchsfeuerwehrkräfte zu begeistern. Insgesamt sei das Interesse bei der Jugend nämlich eher gering. „Wir sind sehr nah am urbanen Raum, wodurch die Freizeitmöglichkeiten extrem vielfältig sind“, erklärt Schaden. Zudem würden viele Mitglieder die Feuerwehr im jungen Erwachsenenalter verlassen, etwa wegen Umzügen oder Veränderungen im Arbeitsleben.

Insgesamt stellt die Feuerwehr Leopoldsdorf mit 79 Mitgliedern und einem Altersschnitt von knapp über 30 Jahren aber eine sehr schlagkräftige Truppe.

Dass diese gebraucht wird, zeigen die rund 130 Einsätze jährlich, die von Türöffnungen, Feuerlöscherfragen und Tierrettungen bis hin zu Löscheinsätzen, Unfallbergungen oder der Brandprävention bei lokalen Unternehmen reichen.