© Johannes Weichhart

Chronik Niederösterreich
11/11/2021

Ex von Skirennläuferin erneut unter Betrugsverdacht

Der 51-Jährige wurde erst vor wenigen Monaten aus dem Gefängnis entlassen. Das Geld soll er beim Lotto verjubelt haben.

von Michaela Reibenwein, Patrick Wammerl

Seine Stimme brach, die Wangenknochen zitterten: „Es tut mir alles so leid“. Andreas P. entschuldigte sich noch bei seiner Ex-Lebensgefährtin,einer ehemaligen bekannten Skirennläuferin, bevor er am 15. November 2017 wegen eines Millionenbetrugs zu 4,5 Jahren Haft verurteilt wurde. Geläutert dürfte er durch das Gefängnis aber nicht sein.

In der Nacht auf Donnerstag ist der 51-Jährige erneut von den Betrugsermittlern des nö. Landeskriminalamtes in seiner Mietwohnung in Loosdorf im Bezirk Melk festgenommen worden – nur wenige Monate nach seiner frühzeitigen Haftentlassung im Frühjahr. Andreas P. soll dort weitergemacht haben, wo er vor seiner Verurteilung am Landesgericht St. Pölten aufgehört hat.

Bankräuber unter Geschädigten

Er steht im Verdacht, mehreren Opfern im großen Stil Geld abgeknöpft zu haben um es vermeintlich gewinnbringend zu investieren. Nämlich mit dem Ankauf günstiger Industrie-Schweißgeräte. Den Geldgebern versprach er tolle Renditen für den Invest. Die rund 100.000 Euro soll P. aber beim Lotto verjubelt haben (was ihm in den Jahren zuvor sogar zwei Lotto-Sechser einbrachte).

Bei den Geschädigten handelt es sich um den neuen Arbeitgeber des 51-Jährigen aus dem Raum Amstetten, seinen Vermieter, eine Bekannte und einen Ex-Bankräuber, den Andreas P. im Gefängnis kennengelernt hatte. Der Mann hatte sich 20.000 Euro Kredit für ein Wohnmobil aufgenommen, es aber schließlich nicht gekauft. Stattdessen soll er für einen versprochenen Gewinn von zehn Prozent Andreas P. 14.000 Euro überlassen haben. Auch dieses Geld ist weg. Der Mann erstattete in Begleitung seines Rechtsvertreters am Mittwoch Anzeige.

Mögliche weitere Opfer

Bei der Einvernahme hatten die Ermittler wohl ein Déjà-vu. Wie er schon 2017 immer wieder beteuerte, erklärte der 51-Jährige auch dieses Mal, dass er das „ausgeborgte“ Geld am heutigen Donnerstag allen Beteiligten zurück gezahlt hätte. Bis dato hat sich aber kein Cent gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass es womöglich noch mehr Opfer gibt. Geschädigte können sich an jede Polizeidienststelle wenden.

Bei seinem Prozess im Jahr 2017 hatte er bereitwillig erzählt, dass ihn die Spielsucht zum Kriminellen gemacht habe. Mehrmals pro Monat war er an den Roulettetischen in Casinos zu finden, spielte hoch und verlor Unsummen – bis zu 220.000 Euro in einer Nacht. Mittlerweile ist er dort gesperrt. Um an Geld zu kommen, erfand der 47-Jährige ein windiges Finanzkonstrukt, versprach Investoren saftige Renditen mit dem An- und Verkauf von Industriemaschinen. So ging das seit 2007.

Prominente Geschädigte

Seine Ex-Freundin diente als Türöffnerin in die Promi-Welt, ein bekannter Kicker befand sich ebenfalls unter den Opfern. Man vertraute Andreas P.

Eigentlich hätte das Konstrukt aus Lügen und Betrug viel früher zusammen brechen müssen, allerdings hatte P. zwei Mal riesiges Glück: Er gewann ein Vermögen mit zwei Lotto-Sechsern. 2010 gewann er 1,9 Millionen Euro, drei Jahre später sogar 3,1 Millionen. Er konnte damit zumindest einen Teil seiner Schulden zurückzahlen, den Rest trug er wieder ins Casino.

 

 

 

 

 

 

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