Aus diesem Fenster zerrten Helmut Wiltschko und zwei weitere Helfer die 85-Jährige ins Freie

© Jedlicka Stefan

Chronik Niederösterreich
05/04/2021

Ex-Stadtrat rettete 85-Jährige aus brennendem Haus in NÖ

Nachbarn kamen Pensionistin in Berndorf (Bezirk Baden) zu Hilfe. Heizstrahler hatte Brand verursacht.

von Stefan Jedlicka

Flammen, Rauch und Schreie. Es waren dramatische Szenen, die sich am frühen Montagnachmittag in der Berndorfer Badgasse abspielten. Das Wohnhaus einer 85-jährigen Pensionistin war in Brand geraten, die Frau darin gefangen. Doch drei mutige Helfer konnten sie rechtzeitig befreien und retteten ihr das Leben.

Einer von ihnen ist Ex-SPÖ-Stadtrat Helmut Wiltschko, direkter Nachbar des Brandopfers. „Ich wollte gerade zu einem beruflichen Termin nach Wien fahren, als ich plötzlich einen lauten Knall gehört habe“, erzählt er im Gespräch mit dem KURIER. „Ich bin sofort hinausgelaufen, da sind schon Flammen aus dem Haus gegenüber gekommen.“ Wiltschko alarmierte die Feuerwehr. „Der Mann am Telefon wollte alles Mögliche wissen, darum habe ich das Gespräch dann abgebrochen“, erinnert er sich. „Es tut mir leid, das war sicher unhöflich und ich muss mich noch entschuldigen, aber ich wusste, dass die Hedi noch im Haus sein muss und dass jetzt jede Sekunde zählt. Ich kenne sie seit 15 Jahren, weiß, dass sie sehr gebrechlich ist und eine Gehhilfe benötigt.“

Die 85-Jährige sei am Fenster gekauert und habe „Feuer, Feuer!“ geschrien, berichtet Wiltschko. „Ich wollte sie aus dem Fenster ziehen, es ist mir allein aber nicht gelungen. Es war wahnsinnig heiß, überall Rauch, man konnte kaum atmen. Ich habe um Hilfe gerufen und zwei Männer sind dazu gekommen.“ Gemeinsam schaffte man es, die Pensionistin ins Freie zu heben und dem Roten Kreuz zu übergeben. Mit leichten Verbrennungen und einer Rauchgasvergiftung wurde sie ins Krankenhaus Wiener Neustadt eingeliefert. „Ihre Haare am Hinterkopf waren verbrannt. Es ist ein Wunder, dass ihr nicht mehr passiert ist“, sagt Wiltschko.

Heizstrahler als Brandursache

Die Brandursache war zunächst unklar. „Die Hedi hat nur ,Stecker‘ gesagt, also dürfte ein elektrischer Defekt der Grund gewesen sein“, mutmaßte der Retter. Kurz darauf kam die Bestätigung der Brandermittler: Ein Infrarot-Strahler im Haus hatte das Feuer verursacht.

Wiltschko hat sich bei einem seiner Helfer bereits bedankt. „Der andere ist aber irgendwann gegangen. Ich würde mich freuen, wenn er sich noch bei mir meldet, weil ich ihn wirklich gern auf ein Bier einladen würde“, sagt er. Vergessen wird Helmut Wiltschko den 3. Mai 2021 jedenfalls nicht so schnell: „Ich stand total unter Strom, war noch den ganzen Nachmittag lang voll Adrenalin.“

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