Chronik | Niederösterreich
17.11.2017

Erfolgskonzept Veganismus

Karl Schillinger eröffnet eine Swing Kitchen nach der anderen und gewinnt Preise.

Fünf Swing-Kitchen-Lokale gibt es derzeit in Österreich. Anfang 2018 soll der sechste Standort der veganen Fast-Food-Kette in Wien eröffnet werden. Im selben Jahr sollen zwei in Berlin, dann in weiterer Folge das erste in Brighton (Großbritannien) und in Bern folgen. Insgesamt sieht der Geschäftsleiter Karl "Charly" Schillinger ein Potenzial von 100 Filialen in Europa und 100 außerhalb Europas.

Schillinger kommt aus dem Weinviertel und hat lange Zeit in Großmugl (Bezirk Korneuburg) ein Restaurant betrieben. Er selbst lebt seit 20 Jahren vegan und hat dann auch das Dorfgasthaus auf vegane Kost umgestellt. Anfangs wurde er noch als Spinner abgestempelt, 2001 war das Gasthaus aber so erfolgreich, dass Gäste aus den USA extra zu ihm fuhren, um ein veganes Cordon Bleu, Wildragout oder – im November die Spezialität – Gansl zu essen. In Großmugl konnte das Ehepaar Karl und Irene Schillinger das Konzept für die Swing Kitchen testen. Ziel war es, den operativen Ablauf und den Mitarbeiter-Aufwand möglichst gering zu halten. Als sie im Jänner 2015 dann in Wien den ersten Standort eröffneten, waren sie bereits nach zwei Stunden operativ positiv. Die Expansion schritt daher deutlich schneller voran als geplant.

Auszeichnung

Vor kurzer Zeit musste das Restaurant in Großmugl geschlossen werden. War dort ein Mangel an Mitarbeitern ein Problem, gibt es für die Swing Kitchen eine Warteliste mit 150 Plätzen. Schillinger lebt nach wie vor in Großmugl: "Wenn ich abends heimfahre und den leeren Parkplatz sehe, drückt’s mir noch die Tränen in die Augen." Der Erfolg der Swing Kitchen gibt ihm in seiner Entscheidung, sich auf eines der beiden Steckenpferde zu konzentrieren, aber recht. Erst vor zwei Wochen wurde die Swing Kitchen mit dem Oscar der Gastronomie, dem "Rolling Pin Award" als erstes veganes Restaurant ausgezeichnet. "Es zeigt, dass es sich lohnt, für den Veganismus zu kämpfen. Unser Ziel ist, die Welt in 40 Jahren besser zu hinterlassen", sagt Schillinger. Auf der Gastro-Homepage ist auch zu sehen, wie viel Wasser, CO2und Co. durch den Verzehr von veganen Burgern eingespart wurde.