Chronik | Niederösterreich
02.02.2012

Erdwall ersetzt Prellböcke: NÖVOG-Aktion erhitzt Gemüter

Waidhofen/Ybbs – Ein Wall aus Geröll und Erde, direkt auf den Bahngleisen, sorgt im Ybbstal für neuen Zündstoff. Direkt nach dem Endbahnhof Gstadt im Gemeindegebiet von Waidhofen/Ybbs, ließ die NÖ Verkehrsgesellschaft ( NÖVOG), als neuer Bahnbesitzer, einen Erdwall als „provisorischen Prellbock“ aufschütten. Mitglieder der Ybbstalbahn-Entwicklungsgenossenschaft (YEG), die für den Erhalt der Bahnstrecke kämpfen, sprechen von einer Provokation.

„So etwas ist Geldvernichtung. Wir werden diesen Blödsinn dem Rechnungshof melden“, ist YEG-Obmann Siegfried Nykodem zornig. Der Erdkegel, der offensichtlich im Extremfall Züge, die aus Waidhofen kommend in Gstadt nicht halten können, abbremsen soll, sei eine Provokation, beklagte Nykodem. Ein zorniges Mitglied der Fahrgastorganisation Pro Bahn Österreich schaltete auch Landeshauptmann Erwin Pröll ein und bat um Stellungnahme. „Wir haben die Auflassung beim Landesgericht und bei der EU geklagt. In einem schwebenden Verfahren so zu agieren ist nicht korrekt“, beklagt Nykodem.

Eine absichtliche Provokation bestreitet NÖVOG-Sprecherin Brigitta Pongratz vehement. Die rustikale und kuriose Aktion habe vielmehr einen praktischen Grund. „Der aufgeschüttete Hügel soll bis März als Prellbock-Ersatz fungieren. Dann werden die richtigen Prellböcke, die schon bestellt sind, aufgebaut“, erklärt Pongratz. Hintergrund der Aktion: Die NÖVOG versucht, den für die Streckenauflassung notwendigen „Feststellungsbescheid“, so rasch wie möglich zu erhalten. Der geplante Radweg soll nicht behindert werden. Dafür hat die Behörde viele Sicherheitsmaßnahmen an der 50 Kilometer langen Bahntrasse gefordert. Eine war eben die Absicherung der aktiven Waidhofener Stadtbahnstrecke mit Prellböcken.