Die ersten Störche sind bereits weggeflogen, so auch das mit dem GPS-Gerät ausgestattete Jungtier

© APA/dpa

Marchegg
08/22/2014

Eine Reise ins ungewisse: GPS-Daten sollen Rückschlüsse zu neuen Flugrouten liefern

Durch das Projekt sollen neue Rastplätze der Störche besser geschützt werden.

von Stefan Sailer

Während sich die Menschen mit dem trüben Sommerwetter anfreunden müssen, zieht es die ersten Vögel bereits in den Süden. So auch die Störche in Marchegg. Für die neugeborenen Tiere beginnt eine Reise ins Ungewisse, wie auch für WWF-Projektleiterin Karin Donnerbaum. Denn Anfang Juli wurden zwei Jungtiere mit einem GPS-Sender am Rücken ausgestattet. Durch die Daten erhofft sich die Vogelexpertin Erkenntnisse über die neuen Flugrouten.

Das Projekt gilt jedoch als umstritten. Einerseits seien die Flugstrecken bereits ausreichend erforscht. Andererseits herrschte vor wenigen Wochen große Aufregung, weil eines der besenderten Tiere tot aufgefunden wurde. Storchenvater Gerhard Maywald machte damals das zusätzliche Rückengepäck für den Absturz verantwortlich.

Neue Erkenntnisse

Von dem Vorfall betroffen zeigte sich auch der WWF. Ein Zusammenhang mit dem GPS-Gerät konnte durch die Obduktion der Leiche jedoch ausgeschlossen werden. Nun ruhen die Hoffnungen auf dem einzigen, verbliebenen Jungtier. "Wir haben Hinweise, dass sich durch die Klimaveränderung auch die Flugstrecken verkürzt haben", klärt Donnerbaum auf. Demnach überwintern einige Tiere bereits im südlichen Europa, wie in Spanien oder in der Türkei.

Erst in drei bis vier Jahren, zur ersten Brut, wird das Jungtier wieder zurückkehren und seinen Teil des Projekts abschließen. Für die Wissenschaftler beginnt dann erst die Arbeit. Denn mit Hilfe der Auswertung sollen die relevanten Nahrungsflächen und Rastplätze eruiert und besser geschützt werden.

Die hochmodernen GPS-Geräte können mehr als 10.000 Ortungen speichern. Neben der Flughöhe wird auch die Aufenthaltsdauer aufgezeichnet. Acht Mal pro Tag werden die Daten dann automatisch an eine Datenbank weitergeleitet.

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Verein "Storch Schweiz" durchgeführt, der sich bereits seit Jahren mit den veränderten Flugrouten beschäftigt.

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