© Privat

Chronik | Niederösterreich
07/07/2019

Ein Ritter aus Leidenschaft seit Kindheitstagen

Für Markus Albero Grimmenstein ging als Burgherr ein Kindheitstraum in Erfüllung

„Mehr als 90 Prozent habe ich mit meinen eigenen Händen renoviert“, erzählt Burgherr Markus Albero Grimmenstein gleich zu Beginn des Lokalaugenscheins. Am Parkplatz wartete er mit seinem SUV, um gemeinsam auf die Burg zu fahren – ohne Geländewagen wäre es auch fast nicht möglich, den Forstweg zu passieren. Besucher dürfen diesen Weg nicht nutzen, stattdessen steht den Gästen der Burg ein kostenloser Parkplatz zur Verfügung. Dieser ist Ausgangspunkt für einen 35- bis 45-minütigen Spaziergang zur Burg.

Das Anwesen selbst besteht aus der sogenannten Hangburg am Abhang des Kulmriegels, eines rund 750 Meter hohen Hügels, und der Höhenburg am Felsen. Auf Burg Grimmenstein in rund 660 Metern Seehöhe angekommen fällt sofort ein Schießstand für Pfeil und Bogen auf. Burgherr Grimmenstein erzählt, dass er „manchmal mit Kindern Bogen schießt und wenn sie treffen, sie manchmal auch vom Turm aus schießen dürfen.“ Im Inneren der Burg angekommen fallen sofort diverse antike Stücke, wie zum Beispiel Speere, Schwerter und Rüstungen an der Wand und im Raum verteilt auf. Über eine große Terrasse strahlt die Sonne in die Burg. Von dort öffnet sich dem Besucher auch eine einmalige Aussicht auf das malerische Pittental. Bei diesem Aussichtspunkt werden vom Burgherrn und den Servierkräften im traditionellen Outfit regionale Schmankerl aufgetischt – für die Kleinsten gibt es sogar ein eigenes Burg-Kracherl.

12. Jahrhundert

Nachdem Markus Albero Grimmenstein seine Burg nicht ganz für sich allein haben wollte, teilt er seine Freude und sein Wissen über das historische Bauwerk gerne mit wissbegierigen Gästen. Dazu bietet er in einem traditionellen Ritterkostüm Führungen durch die Räumlichkeiten der Burg an. Davor war es allerdings notwendig, die Burg zu sanieren, um sie der Öffentlichkeit überhaupt zugänglich machen zu können.

Die Burg stammt in ihrem Kern aus dem 12. Jahrhundert. Manche Quellen besagen allerdings, dass sie weit älter sei. Durch diverse Besitzerwechsel verfiel die Burg bereits ab dem 15. Jahrhundert. In den 1960er Jahren erwarb sie dann der Baumeister Johann Rigler, der damit begann, die Burg zu restaurieren. Im Jahr 1980 wechselte das Anwesen Grimmenstein erneut den Besitzer und verfiel wieder – bis Markus Albero Grimmenstein die Burg 2013 entdeckte, 2014 kaufte und sie erneut sanierte.

Das Herzstück seiner Burg, der Rittersaal, wurde bereits 2015 fertiggestellt. Grimmenstein hat in nächster Zukunft vor, die komplette Burg zu sanieren. Der obere Teil der Burg (Höhenburg) mit Burgfried, Wehrgang, Rittersaal, Panoramazimmer, Felsenzimmer, Taverne und Keller ist bereits thermisch saniert und wird mit Pellets beheizt. Als nächstes folgt die Hangburg.

Feiern auf der Burg

Die Burg samt Burgtaverne ist von Mitte April bis Ende Oktober an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Neben einer spannenden und humorvollen Führung bietet der Burgherr den Gästen auch handgemachte Schals, Halsketten, Tonwaren und Honig in einem kleinen Souvenirshop im Burginneren an.

Neben Führungen durch die Räumlichkeiten der Burg haben Interessierte auch die Möglichkeit, die Burg für private Veranstaltungen und Feiern zu mieten. Damit die Gäste dabei nicht schon vor dem Fest ermattet sind, bietet Grimmenstein für diese Fälle einen Shuttle Service zur Burg an.

Auch für die jüngsten Burgfans hat sich der Burgherr etwas einfallen lassen: Im mittelalterlichen Rittersaal können Kindergeburtstage gefeiert werden. www.burg-grimmenstein.at