E-Busse in St. Pölten: Jetzt gibt es eine neue Wendung
Mehr als fünf Millionen Passagiere nutzen das Öffi-System.
Es war eine Diskussion, die mit voller Härte geführt wurde. Ein Thema, das den Gemeinderatswahlkampf in St. Pölten geprägt hatte: das Match zwischen FPÖ und SPÖ um die Busflotte LUP in der Landeshauptstadt.
Wie berichtet, will die Stadt beim Öffi-System (5,3 Millionen Fahrgäste pro Jahr) künftig auf Elektroantrieb setzen. Die dieselbetriebenen Fahrzeuge sollen verschwinden, künftig sollen E-Busse das Stadtbild prägen.
In diesem Zusammenhang wurde aus dem Rathaus immer wieder betont, dass diese Umstellung zwingend notwendig sei. Der Grund: Ab 2030 schreibt eine EU-Verordnung vor, dass 90 Prozent der neu angeschafften Stadtbusse emissionsfrei sein müssen, ab 2035 sogar 100 Prozent.
Ein Mischbetrieb aus Diesel- und E-Bussen sei teuer und ineffizient, weshalb Betreiber auf eine vollelektrische Lösung setzen würden. „Gleichzeitig werden E-Busse laufend günstiger, während Dieselbusse teurer werden“, hieß es.
Für Landbauer „Luxusvariante“
Doch FPÖ-Landesvize Udo Landbauer, der in Niederösterreich unter anderem auch für den Verkehr zuständig ist, übte Kritik an SPÖ-Bürgermeister Matthias Stadler. Die Stadt hätte es verabsäumt, notwendige Unterlagen einzureichen, außerdem liege der Investitionsbedarf bei rund 26 Millionen Euro. Damit sei die E-Bus-Flotte eine „Luxusvariante“.
Förderungen
Doch der Wahlkampf ist Geschichte, und damit dürften sich auch die Gemüter wieder etwas beruhigt haben. Wie der KURIER erfuhr, hat die Stadt Ende Februar und Anfang März die ausstehenden Unterlagen an die NÖVOG geschickt. Diese werden nun gesichtet; anschließend soll eine Entscheidung getroffen werden, ob künftig E-Busse durch die Landeshauptstadt rollen werden – mit finanzieller Unterstützung des Landes NÖ.
Bereits beschlossen wurde, dass St. Pölten heuer erneut rund 1,5 Millionen Euro aus dem NÖ Nahverkehrsfinanzierungsprogramm erhält. Damit ist die Verlängerung der bestehenden Verkehrsleistung im Stadtverkehr (LUP) gesichert. „Die Förderung sorgt für Planungssicherheit für Pendler und Familien und unterstützt das Busangebot für über fünf Millionen Fahrgäste“, betont Landbauer.
Angebote
Die Gesamtkosten des Stadtverkehrs liegen 2026 bei rund 10,3 Millionen Euro; nach Abzug von Einnahmen und Zuschüssen bleiben etwa 5,9 Millionen Euro zu finanzieren. Das Land übernimmt 33,3 Prozent der Kosten, maximal 1,575 Millionen Euro.
„Im Rahmen dieses Programms werden auch Verkehrsangebote im gesamten Bundesland gefördert, darunter der Stadtbus Krems, der Citybus Baden, der Stadtbus Zwettl, die Busanbindung Schwechat–Zwölfaxing zur U3 sowie das Stadtbuskonzept Wiener Neustadt“, so Landbauer.
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