(Symbolbild)

© APA/BARBARA GINDL

Chronik Niederösterreich
01/12/2022

Drohungen und Zerstörungswut: „Manische Episode“ endete im Gefängnis

Prozess: Ohne Medikamente gegen seine Erkrankung verlor 24-Jähriger völlig die Kontrolle. 15 Monate Haft bedingt.

von Stefan Jedlicka

„So ist das mit meinen Manien, da passieren Dinge, die sonst nicht passieren würden“, sagt der Angeklagte. Für die Vorfälle des 7. Oktober 2021 eine eher verharmlosende Erklärung. Weil der 24-Jährige an diesem Tag die Medikamente gegen seine Erkrankung nicht eingenommen hatte, verlor er völlig die Kontrolle.

Als er sich auf der A21 bei Alland von einem knapp vor ihm überholenden Pkw-Lenker gestört fühlte, zwang er diesen – und mit ihm weitere Fahrzeuge – mitten auf der Autobahn zum Anhalten und beschimpfte ihn wüst. Kurz darauf bespuckte er eine Passantin am Parkplatz eines Supermarktes und warf eine brennende Zigarette in ihren Wagen. Als die Frau sein Fahrzeug fotografieren wollte, schlug ihr der 24-Jährige das Handy aus der Hand und versetzte ihr einen Stoß.

Haftraum beschädigt

Auch von zu Hilfe gerufenen Polizisten ließ sich der Tobende nicht beruhigen. Er beschimpfte die Beamten, griff zwei von ihnen tätlich an, im Haftraum verursachte er durch Verstopfen der Toilette eine Überschwemmung und warf mit Teilen zertrümmerter Wandfliesen um sich.

Wegen „einer unglaublichen Vielzahl von Delikten“, wie es der Richter formuliert, muss sich der Mann am Montag am Landesgericht Wiener Neustadt verantworten, legt dort ein reumütiges Geständnis ab. An den Tag des Vorfalls könne er sich aufgrund seiner Erkrankung kaum erinnern. Deshalb sei er auch „knapp an der Schuldunfähigkeit vorbeigeschrammt“, betont sein Rechtsanwalt. Den entstandenen Schaden habe er schon teilweise gut gemacht, auch den Rest wolle er begleichen, versichert der Angeklagte, der sich auch im Gerichtssaal noch einmal bei den erschienenen Zeugen entschuldigt.

Unter der Auflage, in den kommenden drei Jahren regelmäßig die Behandlung seiner Krankheit zu belegen, wird der 24-Jährige zu 15 Monaten bedingter Haft verurteilt, ein Monat davon hat er bereits im Gefängnis verbracht.

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