Doku bringt Zündstoff in die EKZ-Debatte

EKZ Areal Zwettl…
Foto: KURIER/Juergen Zahrl EKZ Areal: Seit Jahren liegt das ehemalige Gärtnerei-Gelände in Zwettl brach.

Dokumentarfilm sieht City-Kaufleute als große Verlierer durch ein neues Einkaufszentrum.

Der neue Dokumentarfilm "Global Shopping Village", will nachweisen, dass die Koexistenz zwischen Innenstadt-Geschäften und Einkaufszentren (EKZ) nicht funktioniert und bringt neuen Schwung in die Debatte um das geplante "Kampcenter" in Zwettl. Die Mitglieder der Bürgerinitiative "Zwettl 2020" fühlen sich bestätigt, dass ein EKZ mit Vollsortiment und Gratis-Parkplätzen nur auf Kosten der City-Kaufleute Umsätze erzielen kann. Hinter dem Aussterben der Städte sieht der Horner EKZ-Betreiber Thomas Kronsteiner jedoch andere Gründe.

Wer Ulli Gladiks Doku sieht, bekommt viele Fakten serviert, die dem Zuseher im Gedächtnis bleiben. Das Resümee: Dort, wo es Einkaufszentren gibt, "sind die Innenstädte tot". Auch ein Shoppingcenter im Stadtzentrum sei keine Lösung. "Das Problem ist, dass sie groß dimensioniert sind und alle Waren anbieten. Da kommt kein Kunde mehr auf die Idee, in der Innenstadt einzukaufen", sagt die steirische Regisseurin Ulli Gladik. Laut ihren Recherchen würde jeder Arbeitsplatz in einem Einkaufszentrum langfristig drei Jobs in der Innenstadt kosten.

Erschreckend sei auch die Gangart der Investoren, die nur die hohe Rendite als Antriebsmotor sehen. "Sobald ein Shoppingcenter eröffnet hat, kassiert der Projektentwickler 25 Prozent der Investitionssumme", erzählt ein deutscher Architekt sinngemäß in der Doku. "Der Film ist neutral gestaltet und zeigt den brutalen Vernichtungswettbewerb. Das blüht auch Zwettl, wenn das geplante EKZ nicht gestoppt wird", behauptet Christof Kastner, Sprecher der Bürgerinitiative "Zwettl 2020". Er spricht von einem Spiel mit Millionen, dessen Ausgang im Vorhinein klar sei: "Als Gewinner bleibt nur die Bank übrig. Die Innenstädte sterben."

Demografie

Für den Tod der Stadtzentren seien nicht die EKZ-Entwickler verantwortlich, meint Thomas Kronsteiner, der das Shoppingcenter in Horn betreibt. "Schuld sind die demografische Abwärtsspirale und die Politik. Kleinstädte verlieren an Bedeutung, weil die Behörden in größeren Zentren gebündelt werden", sagt Kronsteiner. Außerdem seien es die Kunden, die große Einkaufszentren wollen.

Weitere Filmvorführungen:

Stadtkino Horn  1. - 3. Dezember, 20 Uhr.

Filmbühne Waidhofen/Ybbs  26. und 27. November,  19 Uhr.

Südfilmfest Amstetten  3. Dezember, 19.30 Uhr.

dekArTe Wiener Neustadt  6. Jänner 2015.

(kurier) Erstellt am
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