Die Landeshauptstadt wählt: So tickt St. Pölten

Ein Ortsschild mit der Aufschrift „St. Pölten“ vor einem Himmel mit vielen Wolken.
Was denken die Menschen in St. Pölten über die Gesundheitsversorgung und die Politik? Wie sicher fühlen sie sich? Die Ergebnisse der großen KURIER-Regionalumfrage.

Heute ist es so weit: Die niederösterreichische Landeshauptstadt wählt. Spätestens bei der ersten Hochrechnung um 19 Uhr wird sich zeigen, wie St. Pölten politisch tickt. 

Doch was beschäftigt die St. Pöltnerinnen und St. Pöltner abseits der Stadtpolitik? Das hat der KURIER im Rahmen seiner großen Regionalumfrage erhoben, die in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut OGM durchgeführt wurde. 

Einige Fragen davon haben auch den Wahlkampf geprägt, wie die geplante Traisental-Schnellstraße S34 oder der umstrittene Umbau des Domplatzes. Eine Analyse dazu von KURIER-Redakteur Johannes Weichhart lesen Sie hier. 

Doch auch Themen, die ganz Österreich bewegen, wurden in St. Pölten abgefragt. Besonders positiv fiel die Stadt dabei in Sachen Lebensqualität auf: 84 Prozent der Teilnehmer aus St. Pölten gaben an, dass es in ihrem Bezirk gute Freizeit- und Kulturmöglichkeiten gibt. 80 Prozent bestätigten zudem, dass die Lebensqualität in ihrem Bezirk sehr hoch sei. 

Blick in die Zukunft

Was den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt hingegen Sorgen bereitet, ist die Zukunft: 62 Prozent der Teilnehmenden schätzten die Entwicklung Österreichs in den nächsten Jahren sehr oder eher pessimistisch ein. 

Für ihr eigenes Leben hingegen blicken sie deutlich positiver auf die kommenden fünf Jahre: 71 Prozent gaben an, optimistisch in ihre unmittelbare Zukunft zu blicken.

Die Sorgen der Teilnehmenden

Dabei wollte der KURIER konkret wissen, welche Themen den Lesern und Leserinnen aus St. Pölten Sorgen bereiten. 

An erster Stelle stand dabei in St. Pölten die Migration, dicht gefolgt von der Gesundheitsversorgung. Der Klimawandel und die Spaltung der Gesellschaft waren ebenfalls Knackpunkte. Kaum Sorgen bereiten in der Landeshauptstadt hingegen die Fragen der Jobsicherheit oder der Künstlichen Intelligenz

57 Prozent glauben nicht, dass ihr Job in den nächsten fünf Jahren von KI ersetzt werden könnte, 32 Prozent fühlen sich von dieser Annahme gar nicht betroffen. 66 Prozent erklärten sich bereit, für die Bekämpfung des Klimawandels ihren Lebensstil zu ändern. 52 Prozent gaben an, nicht darauf zu vertrauen, dass sie ihren Lebensstil auch in der Pension erhalten können. 

Bei der Frage, ob sich Mehrarbeit lohnt, um sich etwas aufbauen zu können, waren sich die Teilnehmen denkbar uneinig; 34 Prozent stimmten zu, 39 Prozent stimmten weniger bzw. gar nicht zu. Drastisch beurteilen die St. Pöltnerinnen und St. Pöltner hingegen die Spaltung in der Gesellschaft: 89 Prozent haben das Gefühl, dass diese zunehmend gespalten ist. 

Eine Frage der Identität

Im Rahmen der Regionalumfrage galt es auch festzustellen, wie sehr sich die Österreicherinnen und Österreicher mit ihrem Land identifizieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Integration; in St. Pölten finden nur 9 Prozent, dass diese in Österreich gut gelingt, 91 Prozent können dem nicht zustimmen. Damit fügt sich die Landeshauptstadt in den bundesweiten Trend ein. 

Fest steht für die St. Pöltnerinnen und St. Pöltner hingegen, dass christliche Feste und Bräuche ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Kultur sind (90 Prozent). Mit 81 Prozent ebenfalls sehr hoch bewertet wurde die Neutralität Österreichs als Teil der Identität. Im Kriegsfall wären 27 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner der Landeshauptstadt dazu bereit, Österreich zu verteidigen. 43 Prozent stimmten dem nicht zu, 26 Prozent gaben "Betrifft mich nicht" an. 

Gesundheitsversorgung

Die KURIER-Regionalumfrage zeigte: In keinem anderen Bezirk in Niederösterreich sind sich die Menschen so sicher, im Krankheitsfall gut versorgt zu werden, wie in St. Pölten. 85 Prozent haben Vertrauen in das Gesundheitssystem, nur 15 Prozent stimmten nicht zu. 

Bildungsmöglichkeiten

Weniger Begeisterung herrscht hingegen für das Bildungssystem. 57 Prozent der Hauptstädterinnen und Hauptstädter glauben, dass ihr Kind in den Schulen des Bezirks gut aufgehoben ist. 34 Prozent konnten dem nicht zustimmen. 

Sicherheit

Dafür ist das Sicherheitsgefühl in der Landeshauptstadt hoch, wie die Teilnehmenden bestätigten: 78 fühlen sich in St. Pölten sicher. 

Jobaussichten

Ebenfalls überzeugt ist ein Großteil der St. Pöltnerinnen und St. Pöltner davon, dass es in ihrer Heimat genügend Arbeitsplätze und Erwerbschancen gibt. 76 Prozent stimmten dem zu, 20 Prozent sprachen sich dagegen aus. 

Die Landeshauptstadt und die Politik

Was uns zurück zu den heutigen Gemeinderatswahlen bringt: Was halten die Bewohnerinnen und Bewohner der Landeshauptstadt denn von der Politik?

Nur 30 Prozent gaben an, Vertrauen in die Lösungskompetenz der Bundespolitik zu haben. Um die Landespolitik steht es in dieser Hinsicht kaum besser; 69 Prozent glauben nicht an die Lösungskompetenz der Landespolitikerinnen und Landespolitiker.

Und was die Stadtpolitik angeht, sind die St. Pöltnerinnen und St. Pöltner zumindest etwas optimistischer: 42 Prozent vertrauen in die Lösungskompetenz ihres Bürgermeisters. 

Mit dem KURIER durch den Wahlsonntag

Ob diese Zustimmung reicht, damit SPÖ-Stadtchef Matthias Stadler seine absolute Mehrheit halten kann, wird sich im Verlauf des Wahlsonntags zeigen. Der KURIER begleitet Sie auf kurier.at, auf KURIER TV und mit unserem ePaper durch den Tag. Die endgültigen Ergebnisse und alle Reaktionen auf den Wahlausgang können Sie in allen morgigen Print-Ausgaben sowie live auf kurier.at mitverfolgen. 

Regional-Umfrage Teaser

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