Protest, Gericht, Wahlkampf: Die S34 als politischer Zankapfel

Eine Visualisierung des Autobahnknotens A1/S34 der Traisental Schnellstraße bei Schwadorf.
Die Traisental-Schnellstraße spaltet Politik und Bevölkerung. Das Ergebnis der KURIER-Regionalumfrage zeichnet ein recht deutliches Bild.

Es ist ein Projekt, das nun schon seit Jahrzehnten für Diskussionen sorgt: die geplante Traisental-Schnellstraße S34 von St. Pölten nach Wilhelmsburg

Die nur neun Kilometer lange Straße inklusive großem Autobahnknotenpunkt in der Nähe der Landeshauptstadt soll rund 235 Millionen Euro kosten und wurde bereits im Jahr 2006 vom damaligen Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) als „fix“ präsentiert.

19 Jahre später – die Baumaschinen sind noch immer nicht aufgefahren – wurde bekannt, dass die S34 von der Asfinag noch nicht ins Bauprogramm aufgenommen wurde. 

Ein Grund dafür ist, dass ein wichtiger Teil des Projekts, die Spange Wörth, vom Gericht noch geprüft werden muss, da es Naturschutzbedenken gibt. Mittlerweile ist in dieser Causa der Europäische Gerichtshof am Zug.

10.000 Unterschriften gegen das Projekt

Dennoch ist die Traisental-Schnellstraße im aktuellen Gemeinderatswahlkampf allgegenwärtig. Ein Grund dafür ist, dass das Projekt auch die Bevölkerung intensiv beschäftigt. Den Gegnern gelang es, mehr als 10.000 Unterschriften gegen die S34 zu sammeln; in den vergangenen Wochen wurde vor Ort zudem ein Protestcamp abgehalten.

Die große KURIER-Regionalumfrage beschäftigte sich ebenfalls mit dem Verkehrsprojekt. Das Ergebnis: 56 Prozent sprachen sich gegen die S34 aus, 38 Prozent dafür. Der Rest machte keine Angabe.

Sehr unterschiedlich sind zu diesem Thema auch die Positionen der im St. Pöltner Gemeinderat vertretenen Parteien. 

Während sich SPÖ und FPÖ für den Bau der Traisental-Schnellstraße aussprechen, sagt die ÖVP „Ja, aber“. Im Jahr 2024 betonte Spitzenkandidat Florian Krumböck: „Der Bau einer redimensionierten S34 mit möglichst geringer Flächeninanspruchnahme in Kombination mit einem Ausbau des öffentlichen Verkehrs muss hier der Weg sein.“

Eine Redimensionierung wünschen sich auch die Neos mit Bernd Pinzer. Im KURIER-Interview schlug er zudem vor, das Projekt nochmals zu analysieren. „Dann kann man sagen, ob man diese Straße braucht oder nicht.“

Strikt gegen die Straße sind die Grünen, die stattdessen einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs fordern.

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