© Theresianische Militärakademie

Chronik Niederösterreich
12/22/2019

Die Burg mitten in Wiener Neustadt

Das Baujuwel beheimatet zwei „Wunder Wiener Neustadts“ und eine spannende Historie.

Von Sabrina Luger

„Es ist das einmalige Ambiente: Wenn man reinkommt und diese Wappenwand sieht, ist das einfach beeindruckend. Es ist ein großes Zeugnis der Geschichte Österreichs“, erzählt Oberstleutnant Thomas Lampersberger von der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt. Die Wappenwand ist eine von vielen Besonderheiten in der Wiener Neustädter Burg, denn neben dem Grab des Maximilian I. und zwei „Wiener Neustädter Wunder“ beheimatet sie auch die älteste, noch geführte, Militärakademie der Welt: die Theresianische Militärakademie.

Diese wurde 1751 unter der Kaiserin Maria Theresia gegründet. Im Jahr darauf haben bereits 191 Schüler ihre Ausbildung begonnen. Heute besuchen 48 Schüler im ersten Jahrgang die militärische Bundeshandelsakademie für Führung und Sicherheit. Wenn nächstes Jahr der neue Jahrgang beginnt, werden es rund 100 Schüler sein. Offiziersanwärter gibt es auf der Akademie wesentlich mehr, nämlich 239.

Die Burgherren

Dank der Militärakademie gibt es auf der Burg, die der Republik Österreich gehört, auch heute noch Burgherren. Denn die „Seniors“ – der älteste Jahrgang auf der Akademie – nennt man intern „die Burgherren“.

Der erste Burgherr Wiener Neustadts war der Babenberger Herzog Leopold V. Er hat im Jahr 1194 mit dem Lösegeld Richard Löwenherz‘ die Burg als Kaiser- und Königssitz gebaut. Es war notwendig, eine neue Stadt und eine neue Burg zu bauen, weil die bisherige Grenzfeste verfallen war und es keinen Schutz gegenüber Ungarn mehr gab.

Unter Kaiser Friedrich III. gab es bedeutende Bauarbeiten, denn er machte Wiener Neustadt auch zu seiner Hauptresidenz. So entstanden zu diesem Zeitpunkt unter anderem die Wappenwand und die St.-Georgs-Kathedrale. Sein Sohn, Kaiser Maximilian, wurde in Wiener Neustadt geboren und ist heute in der Kathedrale begraben. Sein Grab ist eines der sieben Wiener Neustädter Wunder. „Das Grab zwischen Himmel und Erde“ befindet sich im ersten Stock und ist daher im wahrsten Sinne des Wortes zwischen Himmel und Erde. Die St.-Georgs-Kathedrale ist ebenso Ort eines zweiten Wunders, nämlich das der Kirche, unter der ein Heuwagen fahren kann – weil sich darunter das ursprüngliche Haupttor befindet und dort Wägen durchfahren konnten.

Zerstörung und Aufbau

Dass die Burg heute in ihrem ausgezeichneten Zustand ist, ist keine Selbstverständlichkeit. Sie erlitt nämlich in ihren rund 900 Jahren viele Schäden. Im Jahr 1529 wurde sie durch die Türkenbelagerung teilweise zerstört, am Anfang des 17. Jahrhunderts fanden zwei Brände statt, 1768 wurde die Burg durch ein schweres Erdbeben beschädigt.

Die letzte große Tragödie erlebte die Burg Wiener Neustadt zum Ende des zweiten Weltkriegs. In den letzten Kriegswochen wurde sie durch Bomben und Plünderungen fast völlig zerstört. Von April bis Anfang Mai 1945 brannte sie in zwei Wochen fast restlos aus. Übrig blieb damals nur eine Ruine, die bis 1959 in ihrer historischen Form wiederhergestellt wurde und auch seine Funktion als Militärschule wiederaufgenommen hat.

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