„Ruhewald steht allen Konfessionen offen“: Auf diesem Andachtsstein kann die Urne aufgestellt werden

© KURIER/Johannes Weichhart

Hafnerbach
10/19/2014

Der Wald als letzte Ruhestätte

Forstwirt Felix Montecuccoli bietet demnächst Urnenbestattung im Dunkelsteinerwald an.

von Johannes Weichhart

Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durchs Geäst, der Wind lässt die Blätter rauschen. Blickt man von der Burgruine Hohenegg, liegt einem das Alpenvorland zu Füßen. Hafnerbach zeigt sich an diesem Donnerstag jedenfalls von seiner schönsten Seite. Jetzt könnte der idyllische Ort neben seinen schönen Wanderrouten auch wegen eines Friedhofs der ganz besonderen Art für Interesse sorgen.

Denn hier in der Region Dunkelsteinerwald setzen Felix und Helga Montecuccoli eine Idee um, die in Niederösterreich wohl einzigartig ist. Ein großes Waldstück soll ab Ende Oktober als letzte Ruhestätte dienen. "Ein Jahr lang haben wir mit den Behörden verhandelt. Jetzt ist eine Urnenbestattung in freier Natur erstmals in der Region möglich", freut sich Waldbesitzer Montecuccoli.

Die Inspiration kam ihm bei einer Reise durch Deutschland. Sogenannte Ruhewälder sind dort im Gegensatz zu Österreich keine Seltenheit mehr. Der Land- und Forstwirt wollte die Idee der Urnenbestattung in freier Natur auch bei uns umsetzen. Mit Erfolg: Demnächst kann die Asche Verstorbener an ausgewählten Plätzen inmitten des Dunkelsteinerwalds in biologisch abbaubaren Urnen bestattet werden.

Zeremonien

Als Grabmal dient der Baum, der Stein oder die Wiesenfläche selbst. "Auf Grabschmuck wird verzichtet, denn die Grabpflege übernimmt allein die Natur", betont der Unternehmer. An jedem Bestattungsplatz wird eine Plakette mit Namen, Geburts- und Sterbedatum der Verstorbenen angebracht. Wege und Pfade ermöglichen den mühelosen Besuch der Ruhestätten.

Ob religiöse Zeremonien zum Einsatz kommen, entscheidet jede Trauerfamilie selbst, wird betont. Montecuccoli: "Der Ruhewald steht allen Konfessionen offen und erfüllt auch die Erfordernisse für christliche Bestattungen." Der Forstwirt hat einen großen Stein auf eine Lichtung legen lassen, auf dem die Urne vor dem Eingraben noch einmal aufgestellt werden kann.Für Interessenten gibt es am 25. Oktober (11 und 14 Uhr) sowie am 26. Oktober (15 Uhr) erste Führungen durch den Wald.www.ruhewaldhohenegg.at

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