Im Pielachtal hat Andreas Grasmann einen Fanclub gegründet, er folgt den rot-weiß-roten Kicker bis in die entlegensten Orte

© KURIER/Johannes Weichhart

Hobby

Den treuesten Fan kann nichts aufhalten

Seit zehn Jahren hat Andreas Grasmann kein Spiel der Nationalelf versäumt.

von Johannes Weichhart

11/17/2015, 06:00 AM

Einmal fuhr Andreas Grasmann mit einem Bus in die Ukraine. 16 Stunden lang lenkte er das Fahrzeug durch Eis und Schnee. "Die Fahrt über die Karpaten war schon abenteuerlich. Eigentlich ein Wahnsinn", erinnert sich der 30- Jährige.

Aufregend war es auch in Kasachstan, als ein Mitreisender kurz vor dem Rückflug seinen Pass verloren hatte. Alles musste ganz schnell gehen in einem Land, wo die sprachlichen Barrieren doch enorm sind und die Bürokratie etwas anders funktioniert. Schlussendlich saßen dann doch alle im Flieger. Glück gehabt.

Grasmann, 30 Jahre alt, hat viele spannende Geschichten zu erzählen. Denn wenn es so was wie einen Super-Fan der Fußball-Nationalmannschaft gibt, dann ist er es. Der Niederösterreicher hat in den vergangenen zehn Jahren kein einziges Spiel der Kicker verpasst. "Ich habe alle gesehen, auch die Testspiele. Ich war immer live dabei", erzählt er stolz.

Urlaubszettel

Vor einigen Jahren hat Grasmann einen Team-Fanclub gegründet. Zu Beginn saß er noch allein da und gestaltete Transparente, jetzt zählt der Verein 150 Mitglieder. Das Hobby wurde mit der Zeit immer aufwendiger und intensiver. Denn, wer Alaba und Co. immer sehen will, der muss sein Leben gut organisiert und einen verständnisvollen Chef haben. "Zu Jahresbeginn, immer am ersten Arbeitstag im neuen Jahr, gebe ich den Urlaubszettel ab. Ich bin dankbar, dass mein Chef und meine Familie hinter meinem Hobby stehen."

Die Zeit mit der Nationalmannschaft war für den Pielachtaler bislang eine Hochschaubahn der Gefühle. Siege, grottenschlechte Spiele, peinliche Niederlagen und die Europameisterschaft in Wien, wo man gut spielte, aber nicht über die Vorrunde hinauskam. "Ich habe schon alles durchlebt", sagt er.

Und jetzt dieser Jubel. Ungeschlagen in der Gruppe, die EM-Qualifikation souverän geschafft. Kommendes Jahr geht es nach Frankreich. "Wir haben derzeit wirklich viele gute Spieler, die international ebenfalls erfolgreich sind. Und auch Trainer Marcel Koller macht seine Sache sehr gut. Ich gebe aber zu, dass ich zu Beginn sehr skeptisch war", gibt Grasmann zu.

Und obwohl die Auslosung noch nicht über die Bühne gegangen ist, macht Grasmann schon Pläne für das sportliche Highlight 2016. "Wir wollen mit dem Wohnwagen hinfahren. Dann sind wir in Frankreich mobiler", erzählt er.

Heute spielt Österreich im Ernst-Happel-Stadion gegen die Schweiz. Einer wird dieses Spiel ganz sicher nicht versäumen. Andreas Grasmann, der Super-Fan aus dem Pielachtal.

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