Chronik | Niederösterreich
02.02.2018

Das Vergessen vergessen machen

Stadtgemeinde, Vereine und Angehörige arbeiten zusammen, um das Leben der Betroffenen zu erleichtern.

Österreichweit sind zirka 130.000 Menschen von Demenz betroffen, in Niederösterreich sind es 22.000. Expertenschätzungen zufolge soll sich diese Zahl in den kommenden Jahren beinahe verdoppeln. In Klosterneuburg (Bezirk Tulln) haben sich 75 Fachleute und Experten von 25 Organisationen sowie Betroffene und pflegende Angehörige zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, Klosterneuburg zur Modellstadt für eine demenzfreundliche Gemeinde zu machen.

Sensibilisierung

Bereits seit einem Jahr macht das von der Caritas ins Leben gerufene Netzwerk "Gut leben mit Demenz in Klosterneuburg" für einen offenen Umgang mit dem Thema mobil. Nun soll die Initiative noch breiter aufgestellt werden. Stichwörter sind Sensibilisierung, Bewusstseinsbildung, Vernetzung und neue Angebote. Mitgetragen wird die Initiative u. a. von der Stadtgemeinde, von Pflegeanbietern, Vereinen, der Stadtapotheke, der Bibliothek, dem Krankenhaus, Beratungsstellen und Pfarren.

"Wir müssen für Menschen mit Demenz Bewusstsein und mehr Verständnis für die Erkrankung in der Bevölkerung schaffen", sagte Landesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) bei der Präsentation des Projekts. "In Klosterneuburg soll es selbstverständlich werden, dass sich Menschen mit Demenz sicher genug fühlen, am öffentlichen Leben teilzunehmen", ergänzte Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP). "Es geht darum, im Umgang mit Betroffenen neue Maßstäbe zu setzen – etwa im Einzelhandel oder in öffentlichen Einrichtungen", betonte Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner. Erste konkrete Projekte sind bereits gestartet, darunter eine Angehörigengruppe, eine Singgruppe und eine einjährige Vortragsreihe. Heuer sind Aktionstage und eine verstärkte Einbeziehung von Betrieben geplant. In einem Austausch mit Schulen soll auch die junge Generation einbezogen werden.