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Chronik Niederösterreich
03/17/2020

Corona: So verhindern Feuerwehren den Totalausfall

Feuerwehrtruppe in St. Pölten wurde aufgeteilt, geschlafen wird in Einzelzimmern.

von Johannes Weichhart

Die Coronapandemie ist eine Gesundheitskrise, die auch an den Feuerwehren nicht spurlos vorüber geht. Deshalb, da bei 99.600 Mitgliedern ein hohes Risiko besteht, dass sich der eine oder andere Helfer mit COVID-19 infiziert.

Um eine Ansteckung im Feuerwehrbereich und dadurch einen Totalausfall von ganzen Einheiten zu verhindern, reagieren die Feuerwehren mit ausgeklügelten Einsatzplänen - so wie in der Landeshauptstadt St. Pölten.

Für den erfahrenen und krisenerprobten Kommandanten der Feuerwehr St. Pölten-Stadt, Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, ist die Corona-Pandemie eine völlig neue Herausforderung.

"Abseits der Gesundheitsgefahr, droht durch eine rasche Verbreitung des Virus ein Totalausfall von Feuerwehren. Ein einziges infiziertes Mitglied kann dazu führen, dass eine ganze Mannschaft in Quarantäne muss. Und das müssen wir auf alle Fälle verhindern."

Die Stadtfeuerwehr St. Pölten hat mit rigorosen Maßnahmen auf diese Gefahren reagiert. Die 120 starke Feuerwehrtruppe wurde in drei Gruppen (A,B,C) zu je 40 Mitgliedern aufgeteilt, wovon jeweils 12 im Dienst sind. Jede Gruppe ist 24 Stunden in Einsatzbereitschaft und hat danach 48 Stunden frei.

 

Schutzmaske

Um im Einsatz vor einer Infektion geschützt zu sein, wurde jedes einzelne Feuerwehrmitglied mit Schutzmaske und Brille ausgestattet. Sollte dennoch ein Infektionsfall auftreten, wurde ein eigener, abgeschotteter Quarantänebereich geschaffen. Um eben funktionsfähig zu bleiben.

Selbst die Ablöse jener 12 Mitglieder, die in der Feuerwehrzentrale ihren Einsatzdienst verrichten, erfolgt abgeschottet - durch jeweils separate Ein- und Ausgänge. Lediglich die Teamleader besprechen bei der Dienstübergabe in einem Sicherheitsabstand von zwei Metern die Vorgänge und Besonderheiten der vergangenen 24 Stunden. Besonders wird bei der Stadtfeuerwehr St. Pölten darauf geachtet, dass die Gruppen nicht vermischt werden.

"Wenn wir Kräfte zu einem Einsatz nachholen, dann nur jene von der selben Gruppe die im Dienst ist. So verhindern wir eine mögliche Virusausbreitung auf die anderen Gruppen", so Fahrafellner.

Einzelzimmer

Selbst geschlafen und gegessen wir separiert. Die im Dienst befindlichen Mitglieder nächtigen in Einzelzimmern und dürfen ihre Speisen und Getränke auch nur alleine am Tisch einnehmen. Die Versorgung ist selbstverständlich gratis.

Um körperlich in Form zu bleiben, steht den Frauen und Männern der Feuerwehr St. Pölten-Stadt auch ein eigener Fitnessraum zur Verfügung.

Vorsorge

Fahrafellner: "Wir haben alles unternommen, um nicht nur die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten, sondern unseren Mitgliedern auch ein Maximum an Gesundheitsvorsorge zu bieten. Ich hoffe, dass wir möglichst lange einsatzbereit bleiben. Deshalb bitte ich auch um Verständnis, dass wir derzeit auch keine fremden Personen in die FF-Häuser lassen dürfen."

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