Einsatz der Cobra

© APA/ROLAND SCHLAGER

Niederösterreich
05/27/2019

Cobra stürmte Haus und schnappte Kremser Behördenschreck

Nach seinem Haftausgang im Dezember 2017 war der 58-Jährige nicht mehr in die Justizanstalt Krems zurückgekehrt.

von Jürgen Zahrl

Nach eineinhalb Jahren ist die Flucht eines Kremser Behördenschrecks zu Ende. Sonntagfrüh stürmte das Sondereinsatzkommando Cobra - laut Auskunft der Polizei - sein Haus und konnte Franz St. festnehmen. Allerdings leistete der Mann heftigen Widerstand, wodurch er im Gesicht leicht verletzt und nach ambulanter Behandlung im Krankenhaus wieder in die Justizanstalt Krems zurück gebracht wurde.

Laut Krone erhielten die Polizisten schon vor mehreren Wochen einen anonymen Hinweis, dass sich St. anscheinend wieder in seiner Heimatstadt aufhalte. „Eine verdächtige Person taucht zu bestimmten Zeiten in seinem Haus immer wieder auf“, heißt es in einem Schreiben. Daraufhin sind Observierungsmaßnahmen getroffen und die Angaben bestätigt worden. Die Gruppe „Fahndung“ im niederösterreichischen Landeskriminalamt plante gemeinsam mit der Cobra am Sonntag einen Zugriff. Kurz vor sieben Uhr Früh brachen vermummte Spezialkräfte die Eingangstüre auf und konnten Franz St. tatsächlich antreffen. Nach einer Rangelei klickten die Handschellen.

Untergetaucht

Wie berichtet, war der 58-Jährige nach seinem Haftausgang im Dezember 2017 nicht mehr in die Justizanstalt Krems zurückgekehrt. Schon davor hatte sich der Mann monatelang vor den Beamten versteckt, um die Haft nicht antreten zu müssen. Wegen Stalkings wurde St. vor Gericht zu einer 17-monatigen Haftstrafe verurteilt. Die und viele andere Verwaltungs- und Gerichtsstrafen sieht er als reine Behördenwillkür, wie er immer wieder betonte.

Seit mehr als einem Jahrzehnt überzieht Franz St. Polizisten und Beamte mit einer Flut von Anzeigen. Er sieht sich als Opfer der Justiz, fühlt sich in einem alten Grundstücksstreit von einer Gemeinde betrogen und bezichtigt alle, die die vermeintliche Ungerechtigkeit nicht anerkennen und zu ihrer Aufklärung betragen, öffentlich der Korruption. Immer wieder stellte er Plakatständer und Fahrräder mit entsprechenden Botschaften in der Innenstadt von Krems auf, verschickte laufend Briefe an viele öffentliche Stellen und verteilte Flyer.

Inzwischen hat St. in dem jahrelangen Konflikt durch Tausende Verwaltungsstrafen beinahe sein gesamtes Vermögen verloren. Das Haus, in das die Cobra am Sonntag stürmte, dürfte der letzte Besitz des Mannes sein. In Briefen informierte er die Öffentlichkeit immer wieder über seine Flucht. Dass er eine Zeitlang im Fürstentum Liechtenstein untertauchte, glauben die Polzisten nicht. Vermutlich habe er sich meistens rund um Wien aufgehalten, heißt es auf Anfrage des KURIER.

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