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China-Schock: In der Industrie in NÖ herrscht Alarmstufe rot

Immer mehr Firmen überlegen, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Wirtschaftskammer fordert Maßnahmen.
Industrial Welder With Torch

Nemak in Herzogenburg. Schaeffler in Berndorf. Oder auch Agrana in Leopoldsdorf. All diese Unternehmen mussten massiv Arbeitsplätze abbauen oder Werke schließen. 

„Von 2023 bis 2025 sind in Niederösterreich rund 2.900 Jobs verloren gegangen“, berichtet Helmut Schwarzl, Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ).

Die Industrie im größten Bundesland steht massiv unter Druck. Diese Entwicklungen gelten freilich für ganz Österreich. Nicht mehr der Fachkräftemangel, sondern der internationale Konkurrenzdruck – vor allem aus China – bereitet den Unternehmen die größten Probleme. 

Abwanderung droht

Die Stimmung ist mittlerweile so schlecht, dass laut dem Industrieradar der Wirtschaftskammer rund 43 Prozent der Betriebe überlegen, ihre Produktion in den nächsten drei bis fünf Jahren zumindest teilweise ins Ausland zu verlagern. „Wenn vier von zehn Industriebetrieben sagen, dass sie mittelfristig an Verlagerungen denken, dann müssen eigentlich alle Alarmglocken schrillen“, sagt Schwarzl.

Bemerkenswert ist vor allem, dass sich die Sorgen der Unternehmen verschoben haben. Während in den vergangenen Jahren die hohen Energiepreise als größte Belastung galten, steht nun der internationale Wettbewerbsdruck an erster Stelle. Besonders chinesische Unternehmen setzen die heimische Industrie unter Druck.

Hoher Preisdruck

„Die Konkurrenz aus China hat sich massiv verändert“, erklärt Claudia Huber, Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik der Wirtschaftskammer Österreich

Chinesische Industrieprodukte würden vielfach mit staatlichen Zuschüssen zwischen 30 und 50 Prozent gefördert. Gleichzeitig würden Waren, die wegen der US-Zollpolitik nicht mehr in die Vereinigten Staaten exportiert werden können, verstärkt auf den europäischen Markt umgeleitet und dort den Preisdruck erhöhen.

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Schrötter Schwarzl und Huber präsentierten Umfrageergebnis.  

Auffällig ist auch, dass der Fachkräftemangel, der jahrelang als größtes Problem der Industrie galt, in der aktuellen Befragung nur noch den letzten Platz unter den abgefragten Herausforderungen einnimmt.

Bürokratie sorgt für Unmut

Warum denken so viele Unternehmen über eine Verlagerung nach? Laut Umfrage sind vor allem die Personal- und Lohnkosten ausschlaggebend. Dahinter folgen Steuern und Abgaben sowie Energie- und Rohstoffkosten. Gerade Niederösterreich spüre die hohen Energiepreise besonders stark, sagt Alexander Schrötter, Geschäftsführer der WKNÖ-Industriesparte. Rund zwei Drittel der Industriebetriebe im Bundesland seien energieintensiv.

Neben den Kosten sorgt auch die Bürokratie für Unmut. Schrötter spricht von einem „Pferdefuß“, weil Unternehmen immer mehr Zeit in Berichtspflichten investieren müssten, ohne dass dadurch zusätzliche Wertschöpfung entstehe.

Auch Schwarzl fordert einen Kurswechsel. Zwar werde auf europäischer Ebene der Bürokratieabbau angekündigt, gleichzeitig kämen aber neue Vorschriften hinzu.

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