© Melanie Baumgartner

Chronik Niederösterreich
08/25/2019

Burguine Aggstein: Die vielseitige Wächterin der Wachau

Im „Rosengärtlein“ entschied sich früher das Leben der Gefangenen

Vor fast 900 Jahren wurde sie auf zwei Felsen errichtet und wacht seitdem über die Wachau: die Burgruine Aggstein im Bezirk Melk.

Schon wenn man den Berg hinauf zur Burgruine fährt, kann man erahnen, was einen in rund 300 Metern Höhe erwartet: nämlich eine Aussicht, die bei klarem Wetter bis nach Melk und darüber hinaus bis zum Ötscher reicht. „Das Besondere an der Burgruine ist bestimmt ihre Lage. Sie thront über der Wachau, auf die man eine traumhafte Aussicht genießen kann. An schönen Tagen sieht man sogar die Berge“, schwärmt Christine Jäger, Tourismus- und Eventmanagerin der Burgruine Aggstein. Sie führt schon seit Jahren durch die Burgruine – und kennt sie wie ihre Westentasche. Ihr Lieblingsplatz ist deshalb auch an einem ganz besonderen Ort: am sogenannten „Bürgl“. „Der Blick von hier auf die Burgruine und die darunterliegende Donau ist unbezahlbar.“

Eigentümer der Burgruine ist seit 1961 die Schlossgut Schönbühel-Aggstein AG. Übrigens: Der Lieblingsplatz von Geschäftsführer Maximilian Deym befindet sich auf dem Aussichtsplatz gegenüber der Burgruine. „Von hier aus hat man die schönste Sicht auf die Ruine. Der Platz ist auch super, wenn man sie fotografieren möchte“, sagt Deym.

Keine Harmonie im Rosengärtlein

Die Burgruine blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück. Die ersten Steine zur Errichtung der Burg legte der Hochfreie Maneghold III. bereits im 12. Jahrhundert. 1181 ging sie in den Besitz der Kuenringer von Aggsbach-Gansbach über. In dieser Zeit gab es viele Kämpfe um die Burg. „Im Jahre 1429 vertraute Albrecht V. seinem Kammermeister Jörg Scheck von Wald die Ruine an, mit dem Auftrag, sie wieder aufzubauen.

Was heute noch von der Burg Aggstein zu sehen ist, kann größtenteils auf diesen Wiederaufbau zurückgeführt werden. Zur Zeit des Scheck von Wald wurde auch das „Rosengärtlein“ errichtet“, erzählt Jäger. Das vermeintliche „Rosengärtlein“ ist jedoch alles andere als ein harmonischer Ort. „Er ist nicht – wie vermutlich viele annehmen – ein Garten mit Rosen, sondern ein schmaler Felsvorsprung, der als eine Art „Verlies“ agierte. Der Burgherr hat seine Gefangenen dorthin gesperrt und ihnen die Wahl gelassen: Entweder sie springen oder sie verhungern – ein Zurück gab es nicht mehr“, erzählt sie. Jörg Scheck von Wald spielt auch heute noch eine wichtige Rolle auf der Burg.

Vielseitige Burgruine

Die Burgruine ist für die Öffentlichkeit zugänglich und kann – gegen eine Gebühr– besichtigt werden. Es werden verschiedene Führungen angeboten , eine ist jedoch besonders. Nach dem Konzept von „Room Escape“ gibt es auf der Burgruine das Abenteuerspiel „Die Legenden von Aggstein“. Dabei müssen die Teilnehmer historische Figuren, darunter auch Jörg Scheck von Wald, befreien.

Außerdem kann auf der Burg gefeiert werden. Neben den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen steht der Rittersaal für Feiern zur Verfügung. In der 2004 geweihten Kapelle kann zudem geheiratet werden.

 

Von Melanie Baumgartner