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In Reih und Glied: Bundesheer bei einer der größten Übungen 2026

Im Süden Niederösterreichs findet momentan eine der größten militärischen Übungen des Jahres statt - das Bundesheer rüstet sich für den Ernstfall.
Soldaten mit Waffen posieren vor getarnten Militärfahrzeugen auf einer Wiese.

Wenn im südlichen Niederösterreich in den nächsten Tagen Schüsse fallen, ist das Österreichische Bundesheer bereits in Alarmbereitschaft. Nicht etwa, weil tatsächliche Gefahr besteht, sondern weil die Übung „Wechselland 26“ bereits in vollem Gange ist.

1.600 Teilnehmende

„Die Ausbildungsübung Wechselland 26 ist eine der größten und vielfältigsten Übungen des Jahres für das Österreichische Bundesheer“, erklärt Oberst Lampersberger im Gespräch mit dem KURIER. Insgesamt 1.600 Soldatinnen und Soldaten nehmen daran teil – darunter auch ein Team aus Italien und eines aus der Schweiz.

Zwischen 15. und 26. Juni übt das Bundesheer auf einem Gelände, das sich von den Gemeinden Lanzenkirchen, Bad Erlach und Walpersbach bis tief in die Bucklige Welt erstreckt. Die vermeintlichen Feinde lauern dabei ab nächster Woche beispielsweise in Bromberg. Anlässlich des Besuchs von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) am Donnerstag trainieren die Soldatinnen und Soldaten jedoch auf einem Stück Grünland nahe der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt.

Drohnenflüge über NÖ

Eine Drohne fliegt über die Köpfe der Anwesenden, als die Bundesministerin das Grünland des Übungsgeländes betritt. „Drohnen sind momentan das Thema“, erzählt Oberst Lampersberger gegenüber der Presse. Dieses Jahr seien sie erstmals bei einer derart großen Übung im Freigelände im Einsatz.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner spricht bei der Bundesheer-Übung „Wechselland 26“ mit Soldaten im Gelände bei Wiener Neustadt.

Eine Drohne des Österreichischen Bundesheeres steht vor aufgestapelten Baumstämmen auf dem Übungsgelände in Niederösterreich.

Zwei Soldaten bringen einen "verwundeten" Soldaten in den Wald in Sicherheit

Getarnter Militärwagen mit Soldaten auf einer Wiese vor Wald.

Neben der Realübung im Freigelände findet parallel dazu auch eine simulationsgestützte Übung am Computer statt. An der Militärakademie in Wiener Neustadt fliegen die Drohnen somit digital über den Bildschirm, während sie für die Soldatinnen und Soldaten im Feld real werden.

Aus Fehlern lernen

Generell spielen moderne Technologien wie Drohnen und Kommunikationssysteme eine zentrale Rolle bei der Großübung des Bundesheeres. „Im verlegbaren Netzbereich ist das Österreichische Bundesheer im europaweiten Vergleich sogar ganz vorne mit dabei“, betont Tanner nach einem Briefing mit den Verantwortlichen.

Aber auch wenn die Technik auf dem neuesten Stand ist, kann es vorkommen, dass Fehler auftreten, die nicht vorhergesehen wurden: „Heuer ist ein Fehler aufgetreten, von dem nicht einmal die Techniker wussten, dass er existiert“, erklärt Hauptmann Witzmann. „Und genau für so etwas sind Übungen wie diese da: damit wir lernen und vorbereitet sind.“

Verteidigungsfähigkeit als Ziel

Die Vermeidung von Fehlern im Ernstfall ist jedoch nicht der einzige Grund, weshalb das Bundesheer Großübungen wie diese durchführt. „Militärische Landesverteidigung ist die Kernaufgabe des Österreichischen Bundesheeres. Daher ist es besonders wichtig, umfassend zu üben, damit Österreich bis 2032 verteidigungsfähig ist“, fasst Tanner zusammen, bevor sie sich mit einem kräftigen Händedruck von den Soldatinnen und Soldaten verabschiedet.

Mit dem Abschied der Ministerin endet der Pressetermin, nicht aber die Übung. Noch bis 26. Juni ist das Österreichische Bundesheer im südlichen Niederösterreich im Einsatz, um bei „Wechselland 26“ für den Ernstfall zu trainieren.

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