Gemeinderat Paul Ebhart hält den derzeitigen Zustand der Forstwege für eine Zumutung für die Bürger

© /Stefan Sailer

Strasshof
11/05/2014

Bürgerliste kritisiert Zustand der Forstwege: "Illegal und unzumutbar für die Leute"

Der Bürgermeister weist die Kritik zurück und bekräftigt eine regelmäßige Pflege der Waldwege.

von Stefan Sailer

Umgestürzte Bäume, wildes Gestrüpp, halb-verwachsene Waldwege. Der derzeitige Zustand der Forstwege ist Gemeinderat Paul Ebhart ein Dorn im Auge. Schließlich müssen die Forstwege in Österreich für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Vor allem der Forstweg parallel zur Waldstraße, einer stark befahrenen Verbindungsstraße, ist mittlerweile schwer zu passieren. Fußgänger und Radfahrer weichen deshalb auf die Waldstraße aus, wo es aber keinen Gehweg gibt. "Hier geht es um die Sicherheit", sagt der Bürgerlistenchef. Bürgermeister Ludwig Deltl ist ebenfalls um Sicherheit bemüht. Derzeit gebe es aber ein fixes Straßenbauprogramm bis 2017. "Für den Bau eines Gehweges ist derzeit kein Budget vorhanden", stellt Deltl klar.

Dessen ist sich auch Ebhart bewusst, weshalb er sich umso mehr für den Forstwege einsetzt. "Ich bin jetzt seit 52 Jahren in Strasshof wohnhaft und seither gibt es auch diese Wege", sagt Ebhart. Demnach gilt die Benützung der Forstwege als "ersessenes Recht". Das besagt: Wird die Öffentlichkeit 30 Jahre lang nicht an der Benützung des Weges gehindert, dann bekommt der Bürger einen Anspruch darauf.

Zu wenig Druck

Für den Erhalt zuständig sind zwar die Grundbesitzer. "Allerdings obliegt es der Gemeinde, Druck zu machen", hält Ebhart fest. Auch ein zufällig vorbei gekommener Radfahrer ärgerte sich über die querliegenden Bäume: "Ich verstehe nicht, warum der Weg so verkommt." Deltl entgegnet: "Wir führen deshalb laufend Gespräche mit dem Grundeigentümer." Da dieser aber nicht in der Umgebung wohnt, könne es schon etwas länger dauern.

Aber auch ein zweiter Forstweg erregt Ebharts Gemüt, jener in der Holiczerstraße. Vor einigen Jahren hat hier der Eigentümer gewechselt. In weiterer Folge wurde der Weg mit neuen Bäumen aufgeforstet und rundherum ein Zaun gezogen. Die Benützung ist seither nur noch schwer möglich. Deltl stützt sich dabei auf den Privatbesitz: "Als Gemeinde habe ich dort nichts zu Sagen." Seitens der Forstbehörde wurden die Vorgänge ebenfalls geprüft und für rechtens empfunden. Für den Bürgerlistenchef ist das Vorgehen aber illegal, weil der Forstweg ebenfalls schon länger als 30 Jahre besteht.

Ebharts Vorwurf, Deltl kümmere sich mehr um die Anliegen der Reichen, weist der Bürgermeister scharf zurück: "Das finde ich mehr als vermessen." Die Wahlen werfen also auch schon in Strasshof ihre Schatten voraus.

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