Kampagne gegen die vielen Brände auf Bauernhöfen in NÖ

In NÖ brennt es jährlich rund 800-mal auf Bauernhöfen – oft mit existenzbedrohenden Folgen. Die Kampagne „Es tarat brenna“ soll dafür sensibilisieren.
Brand auf Bauernhof in NÖ

War in der Einsatzbilanz von Niederösterreichs Feuerwehren für 2025 der Anstieg an Bränden sehr auffällig, so schließt das vor allem auch die zunehmende Zahl an Schadfeuern in der Landwirtschaft mit ein. Mit der Kampagne „Es tarat brenna“ wollen die Niederösterreichische Versicherung (NV), die Landwirtschaftskammer NÖ (LK) und der Landesfeuerwehrverband mehr Bewusstsein für die neuen Brandgefahren schaffen.

Kampagne soll zahl der Brände eindämmen

Kampagne soll Zahl der Brände in der Landwirtschaft eindämmen: v.l. Fahrafellner, Jauk und Schmuckenschlager  

In NÖ kommt es mittlerweile jährlich zu rund 800 Bränden auf Bauernhöfen – mit Schäden, die sogar höher sind als bei Hagel. 188 Millionen Euro an Schäden weist die NÖ Landesstelle für Brandverhütung für den Zeitraum von 2019-2024 aus. Zunehmende Technisierung und auch neue Energiesysteme wie PV-Anlagen oder Batterien erhöhen das Brandrisiko zusätzlich. 

Mehr Technik

„War es früher der klassische Heustockbrand, der zur Katastrophe geführt hat, ist es heute der Brand, den ein Heuballen-Kran auslöst“, schilderte NV-Generaldirektor Stefan Jauk die aktuelle Situation. Der Einzug von Photovoltaik, Akkus und Hochvolt-Systemen auf den Höfen hat zwar die Produktivität gesteigert, beschert aber auch Herausforderungen.

Obwohl die Zahl landwirtschaftlicher Betriebe seit 2005 um rund ein Viertel gesunken ist, für den einzelnen Hof hat sich das Brandrisiko damit verschärft. Und das bei tendenziell steigenden Schadenshöhen, die vielfach existenzbedrohend sind.

„Jeder Brand zerstört in einer Stunde, was oft über Generationen aufgebaut wurde. Neben dem Verlust an Substanz und Inventar sind es lange Betriebsunterbrechungen, die bäuerliche Existenzen ernsthaft gefährden“, sagt LK-Präsident Johannes Schmuckenschlager. Statt weiterer behördlicher Auflagen brauche es fundierte und praktisch umsetzbare Empfehlungen für die Betriebsführer. „Meist reichen kleine Vorkehrungen, um große Katastrophen zu verhindern“, ist Schmuckenschlager überzeugt. 

Landesfeuerwehrverband

Der Landesfeuerwehrverband mit den rund 1.700 örtlichen Freiwilligen Feuerwehren bringt sich mit seinem Know-how in die Kampagne ein. Fünf Themen werden in Zwei-Monats-Intervallen medial aufbereitet. Zum Start gibt es im April und Mai Infos zu „Strom & Spannung“.

Batterie- und Hochvolt-Systeme seien nicht nur für die Anwender, sondern auch für die Feuerwehr eine neue Herausforderung, betont Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner: „Diese Systeme brennen nicht unbedingt öfter, aber sie brennen anders.“ Im Einsatz brauche es nicht nur neue Löschmethoden, sondern auch Wissen, wie man mit giftigen Gasen und Wiederentzündungen nach Stunden und Tagen umzugehen habe.

Fahrafellners Tipps an die Landwirte: „PV-Anlagen immer vom Profi planen und installieren lassen. Die Systeme regelmäßig warten“. Weiters sollen Akkus nie auf einer brennbaren Unterlage geladen werden und immer auf Distanz von brennbarem Material und geschützt gegen Sonneneinstrahlung und Frost gelagert werden. 

Intensiver Medieneinsatz und die Ganzjahres-Präsenz mit der Kampagne sollen sicherstellen, dass „Es tarat brenna“ auch auf breiter Front bewusstseinsbildend wirkt, kündigt NV-Chef Jauk an. 

Kommentare