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Blackout, Hochwasser und Hitze: Das Land rüstet sich für Krisen

Katastrophenschutzkoordinator Stefan Kreuzer und Militärkommandant Georg Härtinger über die Herausforderungen.
Vier Männer sitzen nebeneinander

Niederösterreich wurde in seiner Geschichte immer wieder von Katastrophen heimgesucht. Ob Fluten, die für Leid und Zerstörung sorgten, enorme Schneemengen, die Evakuierungen notwendig machten, oder die Vogelgrippe, die bereits mehrfach zu Einsätzen führte – die Auswirkungen waren oft enorm.

Umso wichtiger ist es, auf extreme Ereignisse vorbereitet zu sein. Einer, der sich beruflich laufend mit Krisenszenarien beschäftigt, ist Stefan Kreuzer, Leiter der Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz des Landes Niederösterreich. Er gilt als einer der zentralen Katastrophenschutzkoordinatoren und war maßgeblich am Aufbau des sogenannten „Situation Room“ im Feuerwehr- und Sicherheitszentrum in Tulln beteiligt.

Gemeinsam mit Militärkommandant Georg Härtinger sprach Kreuzer nun in der Interviewreihe „Sicher. Niederösterreich“ über aktuelle Risiken und die Herausforderungen im Katastrophenschutz.

Massive Schutzmaßnahmen

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sei die Risikoeinschätzung, sagt er. Alle drei Jahre müsse Österreich als EU-Mitglied eine Risikoanalyse nach Brüssel übermitteln. Diese Bewertungen würden auch zeigen, welche Gefahren für die Bevölkerung besonders relevant seien: extreme Hitzewellen. „Wir haben durch Hitze, jetzt schon und auch künftig, die meisten Personenschäden“, betont Kreuzer.

Gleichzeitig bleibe Hochwasser in NÖ eine zentrale Bedrohung, auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten massiv in Schutzmaßnahmen investiert worden sei.

Zunehmend an Bedeutung gewinne zudem das Szenario eines großflächigen Strom- und Infrastrukturausfalls („Blackout“). Hier arbeite das Land gemeinsam mit den Gemeinden an umfassenden Notfallplänen, um im Ernstfall die Grundversorgung aufrechterhalten zu können.

Eine wesentliche Rolle bei Katastrophen spielt auch die Armee.

Das Bundesheer werde ausschließlich auf Anforderung der zuständigen Behörden tätig und unterstütze dort, wo zivile Kräfte an ihre Grenzen stoßen. Klassische Einsatzbereiche seien etwa Hochwasserlagen, Hangrutschungen oder technische Hilfsleistungen wie Brückenbauarbeiten durch Pioniereinheiten.

"Bevölkerung besser vorbereiten"

Neben akuten Einsatzlagen spiele auch Prävention eine zentrale Rolle, betonten beide Experten. Ziel sei es, die Bevölkerung besser auf mögliche Krisensituationen vorzubereiten. Dazu setze man auf unterschiedliche Kommunikationskanäle – von klassischen Informationsbroschüren über Social Media bis hin zu Schulprojekten und Veranstaltungen in Gemeinden.

Besonders wichtig sei dabei die Zusammenarbeit mit dem Zivilschutzverband, der seit Jahren intensiv Bewusstseinsbildung betreibe. Formate wie die Kindersicherheitsolympiade oder neue Info-Angebote sollen helfen, auch jüngere Zielgruppen zu erreichen.

„In der Krise zählt, dass man die Köpfe kennt“, fasste Härtinger die Bedeutung dieser Kooperation zusammen. Durch diese enge Vernetzung könne NÖ im Ernstfall rasch und koordiniert reagieren.

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