Warum Bischofstetten eine digitale Vorzeigegemeinde ist

Eine Digitalisierungsinitiative des Landes NÖ soll die Verwaltung vereinfachen und Abläufe effizienter machen. Wie das funktioniert.
Landesamtsdirektor Werner Trock, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und die Bürgermeister aus Bischofstetten und Raxendorf, Gerlinde Muhr und Johannes Höfinger.

Zusammenfassung

  • In Niederösterreich setzen Gemeinden wie Bischofstetten gezielt auf digitale Lösungen, um Verwaltung und Kommunikation zu vereinfachen.
  • Im Rahmen eines Hackathons entstand die Idee der "DAHOAM Community App", die regionale Angebote sichtbar machen und das lokale Einkaufen fördern soll.
  • Acht Gemeinden arbeiteten an digitalen Projekten wie Online-Terminbuchung oder elektronischem Dokumentenmanagement, um die Digitalisierung voranzutreiben.

Digitalisierung in Gemeinden soll vor allem alltagstauglich sein: Sie soll die Verwaltung vereinfachen und Abläufe effizienter machen. In Niederösterreich wurden dazu in den vergangenen zwei Jahren mit dem Schwerpunkt „Digitale Gemeinde“ gezielt Impulse gesetzt.

Wie das konkret aussehen kann, zeigt die 1.200-Einwohner-Gemeinde Bischofstetten im Bezirk Melk.

Bereits im Alltag setzt die Gemeinde auf bestehende digitale Lösungen: Über die App „gem2go“ werden Bürgerinnen und Bürger laufend über Neuigkeiten, Veranstaltungen oder Müllabfuhrtermine informiert. Die Plattform wurde zudem erweitert, sodass auch Vereine ihre Veranstaltungen eigenständig eintragen können – ein niederschwelliger Zugang, der die Kommunikation im Ort deutlich erleichtert. In Zukunft soll das digitale Angebot ausgebaut werden, derzeit wird an der „DAHOAM Community App“ gearbeitet. Das Konzept ist im „Hackathon“ entstanden. 

Hackathon

Der Hackathon war ein Teil der Digitalisierungs-Initiative des Landes NÖ. Durch Webinare und Workshops wurde Wissen gesammelt, das schließlich im Format „digiWERKSTATT“, dem Gemeinde-Hackathon im Haus der Digitalisierung in Tulln, angewendet wurde. Ideen wurden entwickelt und weitergedacht, schließlich umgesetzt. 

In Bischofstetten arbeiteten Studierende, Verwaltung und Wirtschaft an der „DAHOAM Community App“. Lokale Betriebe, Angebote und Aktionen sollen so sichtbar gemacht werden. Regionales Kaufen soll attraktiviert werden. Bürgermeisterin Gerlinde Muhr zeigte sich begeistert: „Es war beeindruckend zu sehen, welche innovativen Ideen im Hackathon entstanden sind.“

Die App ist derzeit noch nicht verfügbar, die zugrunde liegende Idee wurde jedoch bereits an den IT-Dienstleister weitergeleitet, heißt es auf KURIER-Anfrage. Dort wird das Konzept derzeit geprüft und möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt in das bestehende Softwareangebot integriert und anschließend zur Verfügung gestellt.

Schwerpunkt Digitale Gemeinde

Die Initiative des Landes traf auf Resonanz: Acht Gemeinden arbeiteten sechs Monate lang an der digitalen Weiterentwicklung ihrer Gemeinde. Dabei wurden die jeweilige Ausgangssituation analysiert, der Bedarf erhoben und darauf aufbauend Projekte geplant oder bereits umgesetzt. So entstanden konkrete Maßnahmen, etwa eine Online-Terminbuchung oder Angebote zur Unterstützung bei der Einrichtung der ID Austria

Neben der Gemeinde Bischofstetten nutzte auch die Gemeinde Raxendorf (Bezirk Melk) die Möglichkeit zur Digitalisierung. Im Fokus stand die Einführung eines elektronischen Akten- und Dokumentenmanagementsystems (ELAK).

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