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Reformprozess
06/06/2020

Bischof Schwarz verpasst Diözese St. Pölten neue Verwaltungsstruktur

Die Organisationsstruktur der Diözesanverwaltung muss sich einem Reformprozess unterziehen

von Martin Gebhart

Dass eine Diözese ihre Strukturen überdenkt und neu aufstellt, ist nicht ungewöhnlich. Doch bislang betrafen solche Reformprozesse fast immer die Pfarrstrukturen. In St. Pölten will Bischof Alois Schwarz nun den gegenteiligen Weg gehen. Kein Eingreifen in die Pfarren, sondern ein Entwicklungsprozess für die Diözesanverwaltung in der Landeshauptstadt. Dazu wurde nach Pfingsten ein von außen begleiteter Entwicklungsprozess eingeleitet, der noch heuer abgeschlossen werden soll.

Bischof Alois Schwarz setzt mit diesem Schritt das um, was er eigentlich bereits bei seiner Antrittspressekonferenz angekündigt hatte. Da stellte er die Pfarren in den Mittelpunkt. Verbunden mit dem Bestreben, diese in der derzeitigen Aufstellung auch zu erhalten. Deswegen wird jetzt bei der „Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit der Diözese“ auf die Zentrale geschaut.

„Um die Zukunftsfähigkeit der Diözese St. Pölten sicherzustellen und den gegenwärtigen sowie bevorstehenden Herausforderungen erfolgreich zu begegnen, soll dieser strategische Veränderungsprozess beginnen“, sagt Bischof Schwarz. Da es bei so einem Prozess immer auch um Hierarchie und Zuständigkeiten geht, sind jedenfalls viele Diskussionen zu erwarten.

Fahrplan präsentiert

Die Dienststellenleiter wissen bereits, was auf sie zukommt. Ihnen wurde in Rahmen einer Ordinariatskonferenz der Fahrplan für den Strukturumbau im Bischofshaus diese Woche präsentiert. Ziel sei es, die Organisation zukunftsfähiger zu machen. In einem Facebook-Posting beschreibt der Bischof, indem er auf die Erfahrungen seiner ersten beiden Jahre in St. Pölten verweist, dieses Ziel so: „Es waren auch zwei Jahre, die gezeigt haben, dass wir als Organisation überall dort weitere Stärkung brauchen, wo es strukturell und organisatorisch mehr Kraft erfordert, um im Dienst an den Menschen im Hier und Jetzt wirken zu können.“

Klargestellt wurde zum Start auch, dass eine etwaige Reduzierung des Personals nicht über Kündigungen, sondern nur über Nicht-Nachbesetzungen bei Pensionierungen erfolgen wird. Auf jeden Fall sollen die Strukturen in der Diözesanverwaltung am Ende des Prozesses effizienter aufgestellt sein.

Für die Diözese St. Pölten ist so ein Reformprozess etwas völlig Neues. Bischof Alois Schwarz hofft dennoch, dass das Projekt gelingt. Schwarz: „Ich vertraue auf unser Miteinander auf die Freude einer wirkungsreichen und präsenten Kirche von heute.“

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