(Symbolbild)

© APA/BARBARA GINDL

prozess
09/05/2018

Bezirk Amstetten: Neun Opfer in 27 Jahren

Ex-Politiker soll seine Töchter, Enkelkinder und Nichten missbraucht haben. Er muss nun für sechs Jahre ins Gefängnis.

von Johannes Weichhart

"Ich habe den Mädchen nie wehtun wollen. Es war eine riesengroße Dummheit." Mit diesen Worten versuchte ein ehemaliger Gemeinderat seine abscheulichen Taten zu rechtfertigen, die sich von 1990 bis Dezember 2017 im Bezirk Amstetten zugetragen haben sollen. Der 57-Jährige soll sich im Laufe der Zeit an seinen Töchtern, Enkelkindern und Nichten vergangen haben. Tatort war in den meisten Fällen ein Pool in einem Nachbargarten.

Bei dem Prozess am Mittwoch am Landesgericht St. Pölten beschrieb Staatsanwalt Karl Wurzer, wie der Angeklagte sein Vertrauensverhältnis als Vater bzw. Opa zu den Unmündigen schamlos ausnützte. Wurde im Pool "gespielt", dann berührte der Ex-Politiker die Mädchen im Genitalbereich. Laut Anklage soll er teilweise auch versucht haben, die Opfer mit seinen Fingern zu penetrieren. Dabei soll er sie auch festgehalten haben.

Das Urteil: Sechs Jahre Haft, nicht rechtskräftig. Der Niederösterreicher war bereits nach Bekanntwerden der Vorwürfe aus der SPÖ ausgeschlossen worden.

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