Ohne Ausschank lässt es sich in der Kopal-Kaserne schlecht feiern. Bauer gehen die Locations verloren

© /Seniorenfloor

St. Pölten
10/23/2014

Behörde stoppt Clubbing in Kaserne

Der beliebte "Seniorenfloor" steht jetzt vor dem Aus. Der Veranstalter tobt.

von Johannes Weichhart

"Ich bin sprachlos", sagt Norbert Bauer. Der sonst sehr redselige Veranstalter, ohne den in und um die Landeshauptstadt partytechnisch nicht viel los sein würde, findet kaum Worte für eine Entscheidung der Behörde, die nun "seine Existenz" bedrohe.

Es geht um die seit Jahren sehr erfolgreiche Veranstaltungsreihe "Seniorenfloor", die das Publikum über 20 ansprechen soll. Vor allem die wechselnden Locations – vom Autohaus bis zur Kaserne – kommen bei den Gästen sehr gut an.

Morgen, Freitag, hätte der "Seniorenfloor" in der ehemaligen Kopal-Kaserne stattfinden sollen. Die Ticket-Nachfrage war groß, der Veranstalter rechnete mit 700 Besuchern. Doch aus dem Fest unter dem Motto "We are in the army now" wird nun nichts. Denn die Behörde hat Bauer einen Strich durch die Rechnung gemacht, er muss kurzfristig ins Warehouse umsiedeln. Auch das Autohaus als Veranstaltungsort ist wohl gestorben.

Ausschank

Es ist die Bürokratie, die Bauer bremst. Obwohl es dem Eventmanager beim "Seniorenfloor" mehr um Musik und Tanz geht, sehen die Verantwortlichen im Magistrat die Party als "vorrangig gastronomisch" an. Dafür braucht Bauer aber eine Betriebsanlagengenehmigung, die er nicht bekommt. Und ohne Ausschank würde Bauer vermutlich alleine auf der Tanzfläche stehen.

Im Magistrat schlägt man zur Erklärung des Dilemmas das Gesetzbuch auf. "Nachdem der Seniorenfloor keine echte Veranstaltung im Sinne des Veranstaltungsgesetzes sondern ein Diskothekenbetrieb sei, benötige er eine Baubewilligung (Änderung des Verwendungszwecks eines Bauwerkes) sowie eine Betriebsanlagengenehmigung. Nachdem die Änderung des Verwendungszwecks sowie die bewilligungspflichtigen Umbauten nicht bewilligt werden können (Widerspruch mit der Flächenwidmung), kann der Seniorenfloor dort nicht stattfinden".Allerdings: Bei Großveranstaltungen wie dem "Zombie Run" wirkte eine Ausnahmebestimmung der Bauordnung und deshalb war das Veranstaltungsgesetz anzuwenden. Betont wird, dass "Herr Bauer über die Rechtslage schon seit einem Jahr informiert ist".

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