Der Tunnel steht derzeit unter Wasser

© Patrick Wammerl

Chronik | Niederösterreich
07/17/2019

Basistunnel: Gegner wollen Genehmigung neu prüfen lassen

Einspruch beim Bundesverwaltungsgericht nach Verunreinigung der Gewässer im niederösterreichischen Abschnitt.

Nach einer Pannenserie beim Bau des Semmering-Basistunnels sehen die erbittertsten Tunnelgegner eine neue Chance, das 3,3 Milliarden Euro teure Projekt doch noch zu stoppen. Nachdem Mineure bei den Sprengarbeiten am 30. Juni eine unerwartete Wasserader getroffen haben, fließen seither Millionen Liter stark getrübtes Wasser in die Bäche und Flüsse der Region. Wie berichtet, ist man im Tunnel gerade, dabei den Wassereintritt zu stoppen.

Im Zusammenhang mit der Gewässerverunreinigungen wird die Initiative „Alliance for Nature“ (AFN) beim Bundesverwaltungsgericht (BVwG) die Wiederaufnahme der Genehmigungsverfahren für das Bauvorhaben beantragen. Ein entsprechender Einwand soll noch am Mittwoch beim Gericht eingebracht werden, sagt der Sprecher der Naturschutzorganisation, Christian Schuhböck.

Nach Einsprüchen von Alliance for Nature gegen den nö. Naturschutzbescheid hatte das BVwG erst 2016 den Basistunnel genau überprüft und mit einigen abgeänderten Auflagen grünes Licht erteilt. Die Auflagen selbst betrafen lediglich Vorkehrungen zur Landschaftspflege sowie die Dokumentation der landschaftlichen Veränderungen durch den Bau.

Der neuerliche Einspruch von AFN zielt darauf ab, „Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Natur und Umwelt vor den negativen Auswirkungen des Semmering-Basistunnels neu zu bewerten und zu verbessern“.

Laut Schuhböck gehe es dabei nicht nur um die jetzige Wasserverunreinigung, sondern auch um die Einbrüche von Gestein und Schlamm in einer der beiden Tunnelröhren im April dieses Jahres. Generalsekretär Christian Schuhböck zufolge zeigen die Vorfälle deutlich, „dass der Bau des umstrittenen Semmering-Basistunnels zu einer Beeinträchtigung der Natur- und Umwelt“ führt.