Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Bankraub: 5 Verletzte und Verfolgungsjad

Zwei Täter schlugen Angestellte und Kunden in der Filiale in Baden nieder. Sie wurden nach halsbrecherischer Flucht von der Polizei gefasst.

Es waren Wild-West-Szenen, die sich Freitagnachmittag im Stadtgebiet von Baden abspielten. Zwei maskierte und bewaffnete Männer hatten eine Sparkassenfiliale überfallen und sich anschließend eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei kreuz und quer durch die Stadt geliefert. Dabei wurden vier Personen verletzt, eine davon war eine im Einsatz befindliche Polizistin. Die Täter konnten schließlich gestoppt und überwältigt werden.

Gegen 15.15 Uhr stürmten die maskierten Gestalten die Sparkasse in der Friedrichstraße und bedrohten die drei Angestellten sowie sieben Bankkunden mit vorgehaltenen Waffen. "Die Vorgangsweise war äußerst brutal. Kunden und Angestellte wurden zu Boden gerissen, geschlagen und bedroht", schildert Chefinspektor Josef Deutsch vom nö. Landeskriminalamt.

Einer der Kriminellen sprang sofort über den Schalter und begann, das Bargeld in eine Tasche zu packen. Sobald sich eines der geschockten Opfer bewegte oder den Kopf hob, schlugen die Täter zu. Auch der pensionierte Vertreter Erwin Celerin aus Leopoldsdorf war mit einer Bekannten in der Bank. "Ich bin gerade im Foyer gestanden, als ich von hinten brutal umgerissen wurde", schildert Celerin. Der Pensionist blieb mit einer blutenden Platzwunde am Kopf liegen.

Als die Räuber aus der Bank stürmten, beobachtete ein Augenzeuge, wie sie mit einem silbernen Skoda mit tschechischem Kennzeichen davon rasten. Der Mann verständigte sofort die Polizei. Es dauerte nicht lange, bis eine Streife das Fluchtfahrzeug entdeckte. Als die Täter bemerkten, dass sie verfolgt wurden, stiegen sie aufs Gas. Eine wilde Verfolgungsjagd durch Baden begann. Bei der halsbrecherischen Fahrt verursachten die Bankräuber mehrere Verkehrsunfälle.

"Es wurden zivile Fahrzeuge gerammt und beschädigt. Als ein Polizeiauto die Täter anhalten wollte, rammten sie auch das Dienstfahrzeug", sagt Oberst Peter Waldinger vom Bezirkspolizeikomman-do Baden. Bei dem Zusammenstoß wurde eine Beamtin im Bereich der Rippen verletzt. Eine Zivilstreife konnte sich schließlich auf Höhe des Landesklinikums an die Fersen der Täter heften.

Endstation

Das Fluchtauto bog in einen Feldweg ein. Dort manövrierte der Fahrer den Skoda in ein Gestrüpp. Während einer der Männer versuchte, zu Fuß zu entkommen, versteckte sich der andere im Wagen. Beide Räuber konnten aber überwältigt und festgenommen werden. Tatwaffen und Beute wurden sichergestellt. Die Täter dürften aus Georgien bzw. dem Iran stammen. Näheres, darunter die Höhe der Beute, stand Freitagabend noch nicht fest.

Insgesamt mussten vier Personen im Krankenhaus behandelt werden. Alle wurden am Abend wieder in häusliche Pflege entlassen. Auch Erwin Celerin, den es am schwersten erwischte: "Heute werde ich ein Glas Wein trinken."

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund