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Chronik Niederösterreich
12/05/2011

Bahn-Neubaustrecke wächst zusammen

Das letzte Schienenstück wurde bei einer Feier verschweißt. Und das Personal wird auf der neuen Strecke schon eingeschult.

von Johannes Weichhart

Es ist ein Datum, auf das Zigtausende Pendler schon sehnsüchtig warten. Mit dem Fahrplanwechsel 2012/2013 wollen die Bundesbahnen die Neubaustrecke zwischen Wien und St. Pölten offiziell in Betrieb nehmen. Für die Zuggäste vermutlich am wichtigsten: Die Fahrzeit von St. Pölten in die Bundeshauptstadt wird sich auf 25 Minuten verkürzen.

Bis es aber so weit ist, herrscht auf einer der größten Baustellen des Landes Hochbetrieb. Ein Meilenstein bei der Umsetzung des Projektes wurde am Freitag erreicht. Denn die Strecke ist nun im wahrsten Sinn auch "zusammengewachsen": Das letzte Schienenstück wurde bei einer Lückenschluss-Feier in Chorherrn, Bezirk Tulln, verschweißt. Dort, am Portal des 13,3 km langen Wienerwaldtunnels zwischen Chorherrn und Wien-Hadersdorf, erfolgte 2003 auch der Spatenstich für das Projekt.

Bei dem kleinen Festakt, zu dem auch zahlreiche Bürgermeister aus den Regionen anreisten, wurde von den Bahnexperten auch die technische Umsetzung des Bauvorhabens erklärt. So sind die Gleistragplatten der festen Fahrbahn in den Tunnelabschnitten wie einzelne Puzzlestücke eingesetzt und Stück für Stück mit den Freilandbereichen, die als Schotteroberbau hergestellt sind, verknüpft. Damit ist die 44 Kilometer lange neue Trasse mit den Abschnitten Wienerwald, Tullnerfeld und Westabschnitt oberbautechnisch verbunden und kann durchgehend - vorerst eingleisig - befahren werden.

Schulungen

Aber auch auf das ÖBB-Personal kommt noch einiges zu. Erste Kurse für Fahrdienstleiter, Lokführer und Zugbegleiter laufen schon. Bei Schulungsfahrten sollen sie die neue Strecke kennenlernen. Um im Ernstfall, wie etwa bei einem Unglück in einem der Tunnels, gut gerüstet zu sein, sollen 2012 zahlreiche Notfall- und Einsatzübungen mit Feuerwehren und Rettungskräften abgehalten werden. Bitte warten heißt es hingegen noch bis der viergleisige Ausbau der Westbahnstrecke bis nach Linz abgeschlossen ist. Angepeilt ist das Jahr 2015.