B 37: Radikalkur für die Todesstrecke

Nach einer Serie tödlicher Unfälle will das Land die Straße von Krems nach Rastenfeld sicherer machen.

Die zahlreichen schweren und tödlichen Verkehrsunfälle - zwischen 2006 und 2011 waren 15 Todesopfer zu beklagen - brachten der B 37 den Ruf einer echten Todesstrecke ein. Die Straße zählt mit durchschnittlich 12.000 Fahrzeugen (im Bereich Lengenfeld) zu den Top-Routen des Waldviertels.

In den vergangenen Wochen wurden Straße und Unfälle auf Geheiß von Landeshauptmann Erwin Pröll analysiert. Das Ergebnis liegt jetzt vor. Ebenso wie ein umfangreicher Maßnahmenkatalog, mit dem die Strecke in drei Schritten sicherer werden soll.

Raser

"Vorsicht": Pröll fordert Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer gerade auf der B 37 ein.
© Bild: KURIER/Gruber

Der Straßendienst hat mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit die häufigsten Unfallursachen ermittelt. Spitzenreiter ist dabei überhöhte Geschwindigkeit. Klingt wenig überraschend, allerdings verblüfft das gemessene Tempo - etwa am bergauf führenden Abschnitt des Gföhler Berges, wo es recht häufig kracht: Am zweiten Fahrstreifen sind 85 (!) Prozent der Lenker mit mehr als 100 km/h unterwegs. Und 15 Prozent von ihnen rasen gar schneller als 127 km/h zu Berg.

Unmittelbar investiert das Land etwa 200.000 Euro in folgende Maßnahmen:
Verstärkte Polizeipräsenz auf der B 37.
"Flappern" (reflektierende Plastik-laschen) am Gföhler Berg, um ein Überfahren der Sperrlinie zu verhindern.
Einfräsen von Rumpelstreifen im Bereich Krems Nord-Gneixendorf, um die Sperrlinie zu verdeutlichen.
Zusätzliche "Leitwinkel" zur Verdeutlichung der Linienführung in den Kurvenbereichen.
Aufbringen einer neuen Fahrbahnoberfläche in den Kurven am "Gföhler Berg".
Neue Kontrollbucht für die Polizei bei Gföhl.
Zusätzliche Verkehrszeichen für Ortsunkundige.

Weiters im Gespräch sind etwa doppelte Sperrlinien, Überkopfwegweiser und ein Fahrverbot für landwirtschaftliche Fahrzeuge am Gföhler Berg. Langfristig denkt das Land an einen Totalumbau der Gföhler Kreuzung und einen Straßenausbau im Bereich von Moritzreith.
Dass die Änderungen Unfälle nicht gänzlich verhindern können, ist klar. Darum appelliert Pröll: "Dieses Paket kann die Verkehrssicherheit verbessern, es kann aber nicht die erforderliche Vorsicht und Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer auf dieser neuralgischen Strecke ersetzen."

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011