Warum NÖ Unternehmen in Kroatien investieren
Botschaftern Yvonne Toncic-Sorinj, Produktionsleiter Mladen Ivic, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bozana Kovacevic Covic, Managing Director Austrotherm Croatia bei der Besichtigung des Austrotherm-Werkes.
Zusammenfassung
- Niederösterreichische Unternehmen wie Austrotherm investieren in Kroatien aufgrund des wachsenden Marktes, guter Infrastruktur und geografischer Nähe.
- Die Produktion in Kroatien schafft Arbeitsplätze, fördert Innovation und Nachhaltigkeit und bringt wirtschaftlichen Mehrwert für beide Regionen.
- Die enge wirtschaftliche Verflechtung zwischen Niederösterreich und Kroatien bietet Potenzial für weitere Zusammenarbeit, auch im Bereich Verteidigungspolitik.
Innovation und Nachhaltigkeit – zwei Themen, denen sich das niederösterreichische Unternehmen Austrotherm mit Sitz in Waldegg (Bezirk Wiener Neustadt) verschreibt. Mit EPS- und XPS-Dämmstoffen sowie Speziallösungen ist es der führende Hersteller von Wärmedämmung. 2008 expandierte das Unternehmen nach Kroatien und investierte 12 Millionen Euro in seinen dortigen Produktionsstandort. Im Zuge einer Delegationsreise besuchte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner unter anderem den Austrotherm-Standort in Zabok.
Perfekte Anbindung
Zabok ist eine kleine kroatische Stadt, circa 30 Kilometer von der Hauptstadt Zagreb entfernt und für Austrotherm strategisch wichtig. Das hier hergestellte Material hat ein großes Volumen und ist gebrechlich, dadurch kann es mit Lkw nur etwa 150 Kilometer weit transportiert werden. Eine gute Anbindung an die Infrastruktur ist daher unabdingbar. Mit Anschluss an das Schienennetz und die Autobahn ist Zabok ein guter Standort, betont Bozana Kovacevic Covic, Managing Director Austrotherm Croatia. Der Markt konnte so auf Slowenien und Dalmatien ausgeweitet werden.
„Das zeigt, dass österreichische Unternehmen erfolgreich in Kroatien investieren und gleichzeitig Innovation und Beschäftigung schaffen“, so Mikl-Leitner. Am Standort in Kroatien konnten rund 30 neue Arbeitsplätze realisiert werden. Für die Region sei das ein wichtiger Gewinn.
In einem Treffen von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit dem Verteidigungsminister von Kroatien, Ivan Anušić wurde über die Vernetzung Niederösterreichs mit Kroatien gesprochen.
Doch auch Niederösterreich profitiert direkt von der kroatischen Produktionsstätte: gleich am Anfang des Produktionsprozesses lassen sich niederösterreichische Spuren finden. Das Granulat, welches aufgeblasen zu Styroporkugeln wird, kommt von der Firma Sunpor, die den Rohstoff in der Nähe von St. Pölten produziert. „Das zeigt, dass hier Mehrwert produziert wird“, meint die Landeshauptfrau. Auf 8.000 Quadratmeter Produktions- und Lagerflächen werden Styropordämmungen produziert. Der Geruch von Chemie liegt in der Luft, es ist laut.
Vom Keller bis zum Dach
Styroporkugeln werden zu großen Ballen gepresst, sie müssen rund eine Woche lagern, bevor sie weiterverarbeitet werden können. Zugeschnitten kommen die Styroporquader auf Fassaden oder dienen als Gefäße für den Transport von frischem Fisch. „Wir dämmen vom Keller bis zum Dach und leisten so einen Beitrag zum Klimaschutz“, fasst Covic zusammen.
Im Prinzip wird Luft in kleine Zellen verpackt, wodurch eine hocheffiziente Isolationsschicht entsteht. Das macht das Material besonders energieeffizient und klimafreundlich. Ist das Material nicht verschmutzt, kann es im Sinne der Kreislaufwirtschaft wiederverwendet werden.
Starke Argumente sprechen für den Wirtschaftsstandort
Das Konzept kommt an – in Österreich ist die Austrotherm Marktführer auf dem Gebiet der Dämmung, auch europaweit ist der Markt stark. Das zeigt sich besonders an Kroatien. Seit dem EU-Beitritt 2013 entwickelte sich die Wirtschaft positiv, ein kontinuierlicher Anstieg des BIP konnte in den letzten Jahren erzielt werden. Die Staatsverschuldung liegt unter der Maastricht-Vorgabe. Kalkulierbarkeit und die geografische Nähe zu Österreich sind zwei starke Argumente für eine Investition im Land, hebt Božana Kovačević-Čović bei dem Besuch des Werkes hervor.
Durch die strategisch günstige Lage ist Austrotherm nicht das einzige niederösterreichische Unternehmen, das in Kroatien Fuß gefasst hat: 60 niederösterreichische und insgesamt rund 800 Firmen aus Österreich aus den verschiedensten Bereichen sehen in dem Land Investitionsmöglichkeiten. DOKA ist beispielsweise mit mehreren Niederlassungen vertreten, auch Cargo Partners baut seine Kapazitäten kontinuierlich aus.
Enge wirtschaftliche Verflechtung
Diese Beispiele verdeutlichen die enge wirtschaftliche Verflechtung und zeigen das große Potenzial für eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Niederösterreich und Kroatien. In einem Treffen mit dem Verteidigungsminister von Kroatien, Ivan Anušić, hob die Landeshauptfrau hervor, dass es in herausfordernden Zeiten nicht nur Partner, sondern auch Freunde brauche. Ein Besuch einer kroatischen Delegation in Niederösterreich sei geplant, ebenso wolle man bei der Verteidigungspolitik der beiden Länder enger zusammenarbeiten.
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